Vier Töne

四声 sìshēng (vier + Töne)
 
 
„Ein Deutscher, der erst kurze Zeit in China war, entgegnete auf den Vorschlag chinesischer Arbeitskollegen, daß er seine junge chinesische Mitarbeiterin am Schreibtisch nebenan ja bei allen anfallenden Arbeitsproblemen fragen könne: ‚Wŏ tiāntiān wěn tā.’ [我天天吻她。] Schallendes Lachen war die Antwort.
 
Eigentlich hatte er sagen wollen, daß er sie bereits jeden Tag frage. Doch er hatte das Wort ‚fragen’ [问 wèn] in einer falschen Tonlage gesprochen. Und so war das hörbare Ergebnis seiner Entgegnung, daß er sie jeden Tag ‚küsse’ [吻 wěn].“
(Thomas Heberer: Wenn der Drache sich erhebt: China zwischen Gestern und Heute. 1988. ISBN 3-7971-0272-0)

Das Hochchinesische hat – zum Glück – nur vier Töne, die den Chinesisch-Lernenden genug Probleme bereiten. Andere chinesische Sprachen haben noch mehr Töne. Spricht man Chinesisch ohne die richtigen Töne, denken die meisten Chinesen, der Ausländer spreche Englisch.
 

toene

Schimpft die Mutter das Hanfpferd?
 
Mit der Änderung des Tons ist eine Änderung der Wortbedeutung verbunden, was oft mit dem folgenden unsinnigen Beispiel veranschaulicht wird, das alle Töne des Hochchinesischen enthält:

妈妈骂麻马吗?
Māma mà mámǎ ma?
(Mama + schimpfen + Hanf + Pferd
der neutrale 5. Ton ma wird meist nicht gezählt.
 

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