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Projekt: Handlungsfelder der Qualitätssicherung in Deutschland und der VR China

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Verbotene Stadt

紫禁城 Zǐjìnchéng (Purpur + verboten + Stadt)
故宫 Gùgōng (alt + Palast)
故宫博物院 Gùgōng Bówùyùan(alt + Palast + Museum)
 
 

Rundgang mit Cixi durch die Verbotene Stadt

„‚Jetzt werde ich Ihnen etwas ganz Neues zeigen‘, sagte ihre Majestät, und wir betraten einen schmalen fünfzehn Fuß langen, an ihr Schlafgemach angrenzenden Gang. Die Eunuchen entfernten an den Enden zwei hölzerne in den Fußboden eingelassene Pflöcke. Was ich bis jetzt für feste Mauern gehalten hatte, waren in Wirklichkeit nur verschiebbare Holzfüllungen gewesen. Diese aufgeschobenen Wände zeigten eine Grotte, die das Tageslicht durch eine Öffnung in der Decke erhielt. Auf einem Felsblock war mit einem gelben Kissen bedeckter Sitz, Weihrauchgefäße standen daneben. Alles schien sehr alt zu sein.

Von der anderen Seite führte ein zweiter Gang, ähnlich dem vorher beschriebenen, in eine zweite Grotte, und so ging es weiter. Die Palastmauer war mit solchen geheimen Gängen und Räumen durchsetzt. Zur Zeit der Ming-Dynastie hätten sie verschiedenen geheimen Zwecken gedient, erzählte Ihre Majestät. Den einen Raum benützte sie als Schatzkammer. Bevor sie fliehen musste, im Boxeraufstand, hatte sie hier ihre sämtlichen Wertsachen aufbewahrt. Bei der Rückkehr fand sie alles unversehrt.

Ein Hauptgrund, warum Ihre Majestät die ‚Verbotene Stadt‘ nicht gern hatte, waren diese unheimlichen Gelasse. Viele davon kannte sie nicht einmal selbst..."
(Roderick MacFarquhar: Die Verbotene Stadt. Wiesbaden: Ebeling, 1976. S. 103)

„Um einem gängigen Irrtum vorzubeugen: mit dem Gang durch das Tor des Himmlischen Friedens [天安門 Tiān'ānmén] betritt der Besucher zwar die Palastanlage (Palastmuseum 故宫), nicht aber die Verbotene Stadt. Entlang der etwa 400 Meter langen Passage vom Tiān'ānmén bis zum Mittagstor [午門 Wǔmén] waren zu Kaiserzeiten das Militär und Teile der Dienerschaft untergebracht. Erst am 38 Meter hohen Mittagstor ist der südliche Haupteingang der Anlage erreicht, die früher offiziell ‚ Zǐjìnchéng, wörtlich die ‘violette verbotene Stadt’ hieß. Während die Bezeichnung ‚Verboten’ darauf hinweist, dass nur der Kaiser, seine Familie, der Hofstaat sowie geladene Gäste Zugang zu der Anlage hatten, führt die Bezeichnung ‚Violett’ angesichts der purpurnen Mauern des Palastes doch zu einiger Verwirrung. Das chinesisch Schriftzeichen ‚Zǐ’ [紫], das auch die Farbe ‚Violett’ bezeichnet, steht für den Nordstern und weist auf die Position hin, die dem Kaiser nach chinesischer Vorstellung zukam: unverrückbares Zentrum des Reiches und damit der Welt.

Nicht nur den Chinesen galt die Verbotene Stadt als Zentrum des Universums, auch die umliegenden, meist tributpflichtigen Länder schickten ihre Abgesandten hierher. Die riesigen, nach außen gewandten Mauern des Eingangstores waren Symbol der chinesischen Allmacht und Abschreckung von Feinden gleichermaßen. Hier wurden siegreiche Feldherren empfangen und Kriegsgefangene vorgeführt.

Geht man durch das Eingangstor, so betritt man die eigentliche ‚Verbotene Stadt’. Männliche Besucher hätte der Schritt in die kaiserliche Anlage noch vor 100 Jahren das Leben gekostet, denn ihnen war das unbefugte Betreten des Palastes bei Todesstrafe verboten. Die einzigen Männer, wenn auch eines wesentlichen Teiles beraubt, die neben hohen Beamten und Militärs Zugang zur Verbotenen Stadt hatten, waren die Eunuchen. Das Opfern ihrer Männlichkeit sollte sich für die Eunuchen auszahlen. Vor allem in den letzten Jahren der Qing-Dynastie übten sie großen Einfluß auf die Staatsgeschäfte aus. Nicht wenige nutzten diesen Einfluß, um sich zu bereichern.

Heute kostet es weder den Kopf noch andere Körperteile, sondern gerade einmal 60 Yuan (im Winter 40 Yuan), die Verbotene Stadt zu betreten.“
(Françoise Hauser und Volker Häring: China-Handbuch. Erkundungen im Reich der Mitte. 2005. ISBN 3-897940701)

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