verborgene Christen

隠れ切支丹 kakure Kirishitan (versteckte Christen)
隠れキリシタン kakure Kirishitan (versteckte Christen)
離れキリシタン Hanare kirishitan (Separat-Christen)
 
 
マリア観音
Maria Kannon
(Foto: Wikimedia)
 
„Als kurz vor dem Sturz der Tokugawa [徳川] 1859 die Religionsfreiheit auch für das Christentum formell wiederhergestellt worden war, kamen sehr vorsichtig, sehr langsam und scheu diese Verborgenen aus ihrer religiösen Heimlichkeit ans Tageslicht, doch in den folgenden über achtzig Jahren, da in Japan im Zeichen nationaler Erneuerung der Staats-Shintōismus dominierte, blieben sie ängstlich zurückhaltend und fast unbekannt.

Erst Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhr man etwas mehr von ihnen. Und da stellte sich heraus, daß aus dem Christentum eine ‚Mutter-Religion’ geworden war. Der Marienkult steht im Zentrum, und er hat sich verbunden mit der buddhistischen weiblichen ‚Gottheit’ der Barmherzigkeit Kannon [観音] zu einer Verehrung der ‚Maria Kannon’ [マリア観音].“
(Lorenz Stucki: Japans Herzen denken anders. Bern: Bastei Lübbe, 1978. ISBN 3-404-63052-1)
 

大浦天主堂
Ōura tenshudō
(Foto: Wikimedia)
 
1863 begann in Nagasaki zum ersten Mal nach dem Verbot von 1613 der Bau einer christlichen Kirche (大浦天主堂 Ōura tenshudō) für die dort anwesenden Franzosen. Zwei Jahre später bekam der Seelsorger der Kirche Besuch von fünfzehn Japanern. Sie teilten ihm mit, sie seien Christen – mehr als 250 Jahre nach dem offiziellen Verbot und über 200 Jahre nach dem Verlust aller Kontakte nach außen.

Nach der Aufhebung des Verbots des Christentums kehrten zahlreiche Kakure Kirishitan wieder in die Römisch-katholische Kirche zurück. Heute beträgt die Zahl der Japaner, welche die alten Rituale praktizieren, einige Hundert.

Diese verborgenen Christen hatten ab Anfang des 17. Jahrhunderts trotz des Verbots des Shoguns das katholische Christentum angenommen und ohne Einflüsse von außen zu einer eigenen Glaubensform weiter entwickelt.

Bibeln oder andere schriftliche Quellen besaßen sie nicht mehr, da diese verbrannt worden waren. An unauffälligen Stellen hatten sie Kreuzformen bzw. buddhistische Kannon-Figuren (Maria Kannon). Die dabei gesprochenen Gebete, die Orasho (オラショ; vom lateinischen Wort oratio = Gebet), waren eine Mischung aus Latein, Portugiesisch und Japanisch, die von den Gläubigen nicht mehr verstanden wurde:

でうすぱいてろ、ひーりょう、すぺりとさんとの
deusupaitero, hīriyō, superitosantono
Deus pater, filius, spiritus sanctus
Gott Vater, Sohn, Heiliger Geist
 
Chinamission
Missionare 傳教士: Matteo Ricci 利瑪竇 - Adam Schall von Bell 湯若望 - Richard Wilhelm 衛禮賢
Kirche in China: Hauskirchen 家庭教会 - Paul Hsü 徐光啟 - Katholisch Patriotische Vereinigung 天主教爱国会 – Nestorianer 景教 - Ritenstreit 禮儀之爭 -

Japanmission
Christliches Jahrhundert 切支丹世紀 - Trampelbild 踏み絵 - verborgene Christen 隠れキリシタン - Francisco de Xavier サビエル
 
 

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