Acht Unsterbliche

八仙  Bāxiān (acht + Unsterbliche/r)

 

Die Acht Unsterblichen sind keine chinesischen Götter sondern Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten, die unsterblich wurden. Sie werden meistens dargestellt, wie sie mit ihren unterschiedlichen Fertigkeiten das Meer überqueren:

八仙過海,各顯神通。
Bāxiān guòhǎi, gèxiǎn shēn tòng.
Die acht Unsterblichen überqueren das Meer, wobei jeder seine übernatürlichen Fähigkeiten zeigt.

So warf Han Zhongli seinen Fächer ins Wasser, legte sich darauf und schwamm hinüber. He Xiangu warf ihre Lotosblüte ins Wasser, stellte sich auf sie und ließ sich vom Wasser treiben. Ähnliches taten die anderen Unsterblichen.

 

Cáo Guójiù (曹國舅; 國舅 = Staatsonkel) war angeblich ein Onkel des Song-Kaisers. Dargestellt wird er mit Kastagnetten und einem Jadetäfelchen, das Zugang zum Kaiserhof ermöglicht. Er war über das Verhalten seines jüngerer Bruders, der sogar einen Mord beging, so bestürzt, dass er seine Beamtenlaufbahn aufgab.
Hán Xiāngzi (韓湘子) war Neffe des berühmten Tang-Gelehrten Hán Yù (韓愈), den er versuchte, von seiner Beamtenlaufbahn abzubringen. Hán Xiāngzi wird mit einer Flöte gezeigt, denn er zog als Flötenspieler durchs Land. Er erlangte durch Meditation Unsterblichkeit und wird meist mit Fischertrommel und Klappern dargestellt.
Hé Xiāngū (何仙姑; 仙姑 = unsterbliche Tante), eine Frau mit Lotusblüte oder Blumenkorb und einem Pfirsich sowie einer Flöte hatte geschworen, nicht zu heiraten, doch ihre Stiefmutter setzte ihr sehr zu. Eines Tages, als sie gerade kochte, wurde sie erlöst und hielt noch den Kochlöffel in der Hand, als sie aufstieg. Sie wurde zur Schutzpatronin der unverheirateten Mädchen.
Lán Cǎihé (藍采和) wird entweder als Frau oder als Junge mit einem Blumenkorb dargestellt. Sie / er verkörperte die Ausgestoßenen und Verrückten und zog mit nur einem Schuh als Bettler durch die Straßen. Dabei sang sie / er mit der Stimme eines Betrunkenen Lieder über die Vergänglichkeit des Lebens.
Als Lǐ Tiěguǎi (李鐵拐, 鐵拐 = Eisenkrücke) einmal im Schlaf seine Seele umherwandern ließ, glaubten seine Jünger, er sei tot und verbrannten seinen Körper. Bei der Rückkehr fand Li seinen Körper nicht und schlüpfte in den Körper eines lahmen Bettlers. Seither wird er mit einer eisernen Krücke dargestellt. Sein Attribut ist eine Kürbisflasche, aus der eine Fledermaus entweicht.
Lǚ Dòngbīn (呂洞賓; 洞賓 = Höhlengast) besaß ein Zauberschwert, mit dem er die Übel der Welt bekämpfte. Seine Attribute sind das Wunderschwert und der Fliegenwedel. Der Legende nach soll Lǚ Dòngbīn einst den Berg Lü bestiegen haben und dort einem Drachen begegnet sein, der ihm ein magisches Schwert schenkte, mit dessen Hilfe er in den Himmel gelangen konnte.
Der Zauberer Zhāng Guǒlǎo (張果老) konnte mit seinem Esel tausend Meilen an einem Tag zurücklegen. Dann faltete er den Esel zusammen und steckte ihn in einem kleinen Kasten. Der Legende nach soll er als Bauer zusammen mit seinem Esel in einem Tempel eine duftende Mahlzeit aufgegessen haben. Da es eine verzauberte Mahlzeit war, wurden er und sein Esel unsterblich.
Zhōnglí Quán (鐘離權) erkennt man an seinem Fächer, mit dem er auch Tote wiederbeleben kann. Oft wird er mit einem Pfirsich abgebildet, der nur alle 3.000 Jahre reift und den die „Unsterblichen“ essen, um ihre Unsterblichkeit zu erneuern. Er war General während der Han-Dynastie und ist zuständig für das Militär.

 

chinesische Mythologie
Acht Unsterbliche 八仙 - Affenkönig 孙悟空 - Chang E 嫦娥 - Drache 龍, 竜 - Einhorn 麒麟 - Fuchsfee 狐狸精 - Jadekaiser 玉帝 - Küchengott 灶君 - Kuhhirte und Weberin 牛郎織女 - Pangu 盤古 - Phönix 鳳凰 - Urkaiser 三皇五帝

japanische Mythologie
Amaterasu 天照 - Izanagi und Izanami 伊邪那岐命 - 伊邪那美命 - Jimmu Tenno 神武天皇 - Momotaro 桃太郎 - Susanoo スサノオ

koreanische Mythologie
Dangun 단군 - Dokkaebi 도깨비 - Hong Gil Dong 홍길동

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