Die neue Vokabel: Mordverdacht

11. April 2012

Chinesisch
谋杀嫌疑 móushā xiányí (planen + töten + verdächtigen + zweifeln)

Japanisch
殺人容疑 satsujin yōgi (töten + Mensch + Zustand + Zweifel)

bo-xilai

Bó Xīlái
(http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Voa_chinese_bo_xilai_13Feb12_portrait.jpg; Foto: Voice of America)

Der Machtkampf um den den ehemaligen Spitzenfunktionär der südwestchinesischen Metropole Chóngqìng (重庆), Bó Xīlái (薄熙来), artet zum Kriminalfall aus. Gegen seine Frau Gǔ Kāilái (谷开来) wird jetzt wegen Mordverdachts ermittelt. Die einstige Anwältin wird verdächtigt, zusammen mit einem Hausangestellten, im November 2011 den britischen Geschäftsmann Heywood (海伍德 Hǎiwǔdé) vergiftet zu haben. Gǔ Kāilái und ihr Sohn Bó Guāguā (薄瓜瓜) sollen in guten Beziehungen zu Heywood gestanden haben, sich aber über wirtschaftliche Interessen zerstritten haben.

Der Politkrimi nahm seinen Anfang, als Sicherheitsbehörden Bó Xīláis damaligen Polizeichef Wáng Lìjūn (王立军) verhörten. Der hatte vergeblich um Asyl im US-Konsulat nachgesucht. Seine Angaben lösten eine politische Lawine aus, die zur schlimmsten innenpolitischen Krise in China seit 1989 führte. Wáng Lìjūn zerstritt sich vermutlich wegen dem mysteriösen Tod des Briten mit seinem ehemaligen Chef.

Die Volkszeitung (人民日报 Rénmín Rìbào) tröstet ihre geschockten Leser mit folgenden Worten: „China ist ein sozialistisches Land, in dem Recht und Gesetze herrschen. Wer sie auch immer bricht, wird nach Recht und Gesetz abgeurteilt, gleichgültig, wer auch immer dabei beteiligt ist."