| Die neue Vokabel: Internetzensur |
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9. Januar 2012
„Weibo [微博 Wēibó] statt Twitter [推特 tuītè], Renren [人人网 Rénrénwǎng] statt Facebook [脸谱, liǎnpǔ] und Youku.com [优酷 Yōukù] statt Googles Videoportal YouTube [YouTube] - auch in China sind soziale Online-Netzwerke [社会性网络 shèhuìxìng wǎngluò] und Videoplattformen sehr beliebt. Sie ähneln den US-amerikanischen Originalen und profitieren davon, dass die chinesische Zensur den Zugriff auf die US-Vorbilder blockt. Rund eine halbe Milliarde Internetnutzer gibt es im Land der Mitte schon. Jeder Zweite ist in Netzwerken aktiv.
‚Der flüchtige Betrachter könnte Chinas Social-Media-Landschaft für vielfältig und lebendig halten’, sagt Christopher Walker, Vizepräsident von Freedom House [自由之家 zìyóu zhī jiā], einer internationalen Organisation mit Sitz in Washington. Doch der Schein trügt … Chinas Netzwerke werden von Filterprogrammen automatisch und in Echtzeit überwacht. Grundlage der Filterung seien lange Listen mit verbotenen Themen, Worten und Namen, die täglich aktualisiert würden ... Die Netzwerkbetreiber erhielten drei Mal pro Tag per Telefon [电话 diànhuà], SMS [短信duǎnxìn] oder E-Mail [电邮 diànyóu] Anweisungen, welche Themen auszufiltern seien. Die automatischen Filter werden von Zensoren aus Fleisch und Blut ergänzt. Allein der in Peking ansässige Twitter-Klon Weibo beschäftigt rund 700 Mitarbeiter, deren einzige Aufgabe es ist, die Postings [佈告 bùgào] der Weibo-Nutzer zu überwachen. Trotzdem gelingt es chinesischen Usern [网人 wǎngrén] immer wieder, die allgegenwärtige Zensur zu umgehen und ‚Schlupflöcher’ [漏洞 lòudòng] im System zu nutzen. … Chinas Regierung hat auf diese Entwicklung kürzlich mit einer weiteren Verschärfung der Zensurbestimmungen reagiert. ... Pseudonyme seien nicht mehr erlaubt. Bereits angemeldete Nutzer müssten sich innerhalb von drei Monaten mit ihrer persönlichen Identifikationsnummer ausweisen. Ansonsten werde ihr Account gesperrt.“ (http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/24/0,3672,8443032,00.html; Alfred Krüger: China verschärft Internetzensur) |
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