Die neue Vokabel: Wasserkrise

9. Februar 2011

水危机 (shuǐ wēijī)

水(shuǐ) Wasser
危 (wēi) gefährlich
机 (jī) Gelegenheit, Chance
危机 (wēijī) gefährliche Chance, Krise

Seit vier Monaten hat es in weiten Teilen der Volksrepublik nicht geregnet. Im so genannten Weizengürtel droht eine Missernte, was zu einer erhöhten Nachfrage auf dem Weltmarkt führen wird.

In Peking sinkt das Grundwasser jährlich um über 1,2 Meter. Die so genannte Marco-Polo-Brücke (卢沟桥 Lúgōuqiáo), die eigentlich über den größten Fluss Pekings, den Yǒngdìng Hé (永定河), führen soll, überquert heute eine Wiesenlandschaft.

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Die Marco-Polo-Brücke überquert zwar eine grüne Wiese, aber gerade das ist ein Zeichen für Wassermangel.(http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lugouqiao2.jpg; Foto Fanghong)

Peking kommt nur deshalb ohne Wasserrationierung aus, weil es die umliegende Provinz Héběi (河北) zwingt, Wasser in die Hauptstadt umzuleiten.

„Zwar hat die Zentralregierung in den vergangenen Jahren die Preise für Wasser erhöht und neue Gesetze und Vorschriften erlassen, um die Verbraucher zum Sparen zu zwingen. Allerdings hapert es bei der Umsetzung. So verboten die Behörden vor ein paar Jahren, neue Golfplätze in und um Peking. Denn sie verbrauchen weitaus mehr Wasser als landwirtschaftlich genutzte Flächen.
Im Umkreis der Hauptstadt wurde denn auch nur ein Golfplatz offiziell genehmigt, doch auf wundersame Weise sind 19 weitere entstanden. Denn unter KP-Funktionären und Managern der Staatsbetriebe gilt Golf als Statussymbol. Zudem lassen sich Immobilien in der Nähe der exklusiven Golfklubs gut verkaufen. Deshalb werden Golfplätze als „Park" oder „Erholungsgebiet" ausgewiesen und gelten, schöner Nebeneffekt, als Beweis dafür, dass Peking viel grüner geworden ist."

(Die Rheinpfalz, 9. Februar 2011, S. 3)

Das Thema ist aber nicht so neu. In einer Debatte über das chinesische Staatsmonopol auf Eisen und Salz (鹽鐵論Yántiě lùn = Debatte über Salz und Eisen) aus dem ersten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung heißt es:

六歲一饑,十二歲一荒。
(六岁一饥,十二岁一荒。)
Liù suì yī jī, shí'èr suì yī huāng.
Alle sechs Jahre eine Hungersnot, alle zwölf Jahre eine Missernte.

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