14. Mai 2013
Japanisch
ボーカロイド bōkaroido (englisch: vocal)

Hatsune Miku auf einer Verpackung
(Bild: Wikipedia)
„Ein hübsches, junges Mädchen mit langen, blauen Zöpfen steht auf der Bühne, hält das Mikrofon in der Hand, tanzt zu der Musik und beginnt zu singen. Die Menge tobt und feuert sie an. Leuchtstäbe werden in die Luft gehalten und im Takt bewegt. Jeder Song wird begeistert mitgesungen, denn das Mädchen auf der Bühne ist ein Superstar. Aber sie ist kein realer Mensch.
Ihr Name ist Miku Hatsune [初音ミク Hatsune Miku] und sie wurde von dem Medienunternehmen Crypton Future Media mit der Vocaloid Technologie von Yamaha Corporation [ヤマハ株式会社 Yamaha kabushiki-kaisha] als Teil einer Reihe von Synthesizer Sprachsoftwares (Vocaloid) ins Leben gerufen. Sie ist eine virtuelle Sängerin mit einer vom Computer synthetisierten Stimme.
Seitdem Mikus Software im August 2007 auf den Markt kam, hat sich eine gigantische Fangemeinde um das blauhaarige virtuelle Mädchen gebildet. Von dem 16jährigen Mädchen, deren Name sich aus Miku ([未来] Zukunft), Hatsu ([初] Erste/r) und Ne ([音] Klang) zusammensetzt, existieren im Internet tonnenweise Artworks, Fanvideos und natürlich auch Songs, die mit der Vocaloid Softwareerstellt wurden. …
Für jeden Songwriter wäre es ein riesiger Vorteil, einen Sänger zur Verfügung zu haben, der 24 Stunden bereit ist, immer 100 % gibt, niemals Pause macht, krank ist oder andere Termine hat.
Aber natürlich müssen die einzelnen Stimm-Fragmente, die in der Software benutzt werden, irgendwo her kommen. Dazu müssen reale Sänger ihre Stimmen zur Verfügung stellen. Endlos viele Zischlaute, Brummen, Summen, ‚Ahs’ und ‚ Ohs’ werden aufgenommen, eben alles, woraus sich menschliche Sprache zusammensetzt. Für einen Sänger, der seine Stimme der Vocaloid-Software stiftet um einen neuen Vocaloid zu erschaffen, ist dies natürlich so, als würde er einen Teil seiner Identität aufgeben. Denn jeder Song, der anschließend mit dem Vocaloid-Programm erstellt wird, in welchem die Stimme des jeweiligen Sängers als Vorlage benutzt wurde, wird der originalen Stimme des Sängers zwangsläufig sehr ähnlich sein. …
Stimmen aus dem Jenseits
Eine andere Überlegung wäre es, Stimmen von bereits verstorbenen Sängern, Schauspielern oder Sprechern zu verwenden. Berühmte Interpreten wie Elvis [エルヴィス・プレスリー Eruisu Puresurī] oder Michael Jackson [マイケル・ジャクソン Maikeru Jakuson] haben Unmengen an Stimmmaterial hinterlassen, das dazu benutzt werden könnte, die nötigen Fragmente für das Erstellen einer neuen Vocaloid-Software daraus zu benutzen. Natürlich ist das zu diesem Zeitpunkt alles nur Spekulation, aber so wäre es möglich sie zumindest für die Musikwelt wieder aufleben zu lassen.“
(Kathrin Nüsse im Japan Magazin vom 25. März 2013, s. 28ff: Vocaloid - Stimmen der Zukunft)
Das Eintippen des Namens Miku Hatsune bei YouTube führt zu zahlreichen Ergebnissen, wovon die meisten Videos bereits Millionen von Aufrufen haben. So gab Miku Hatsune beispielsweise vier Konzerte in Tokyo, für die innerhalb weniger Stunden 10.000 Karten verkauft wurden. Allein bei Facebook hat sie mehr als 955.000 Fans.
2007 berichteten verschiedene Medien, dass Miku Hatsune das Opfer der Zensur von Google und Yahoo! geworden sei, da keine Bilder von ihr in der Bildersuche beider Anbieter auftauchten. Google und Yahoo verneinten eine Zensur und gaben an, dass ein Fehler in beiden Systemen dazu geführt habe, dass „Hatsune Miku“ (初音ミク) nicht gefunden werden konnten.
Die Rechte an den mit Vocaloid erzeugten Gesängen gehören, laut Softwarelizenz dem Benutzer. So ließen sich keine bekannten Sänger dazu überreden, von ihrer Stimme eine Kopie anfertigen zu lassen. Deshalb werden die Sprachdaten von Synchronsprechern (声優 seiyū) genutzt, was zu für Anime-Figuren typischen Stimmen führte, die der eines Sängeridols aus der Zukunft entsprechen sollen.
13. Mai 2013
Chinesisch
鳌头 áotou (Schildkröte + Kopf)
新天鹅堡独占鳌头
Xīn Tiān'ébǎo dú zhàn áotóu
Neuschwanstein nimmt allein den Schildkrötenkopf ein
„Ausländische Touristen haben gewählt: Schloss Neuschwanstein kommt bei den ausländischen Gästen des Reiselandes Deutschland am besten an. Auf Platz zwei ihrer Hitliste steht der Europa-Park Rust, das UNESCO-Welterbe Kölner Dom belegt den dritten Platz. Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) hat zum zweiten Mal eine Umfrage bei ausländischen Touristen durchgeführt, um die beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Deutschland zu ermitteln.“
(Deutschland.de vom 8. Mai 2013: Neuschwanstein Nummer 1)
Nr. 1 im Deutschlandtourismus: Neuschwanstein
(Foto: Wikimedia)
Besonders beliebt bei ausländischen Gästen sind die UNESCO-Welterbestätten. Hier die zehn beliebtesten Reiseziele in Deutschland:
| Schloss Neuschwanstein | 新天鹅堡 Xīn Tiān'ébǎo |
ノイシュヴァンシュタイン城 Noishuvanshutainjō |
| Europa-Park (Rust) | 欧洲主題公园 Ōuzhōu Zhǔtí Gōngyuán |
ヨーロッパ・パーク Yōroppa Pāku |
| Kölner Dom | 科隆主教座堂 Kēlóng Zhǔjiàozuòtáng |
ケルン大聖堂 Kerun Daiseidō |
| Brandenburger Tor | 勃兰登堡门 Bólándēngbǎo Mén |
ブランデンブルク門 Burandenburuku Mon |
| Berliner Mauer | 柏林墙 Bólínqiáng |
ベルリンの壁構築 Berurin no kabe kōchiku |
| Loreley | 罗蕾莱 Luólěilái |
ローレライ Rōrerai |
| Schwarzwald | 黑森林 Hēisēnlín |
黒い森 Kuroimori |
| Heidelberger Schloss | 海德堡城堡 Hǎidébǎo Chéngbǎo |
ハイデルベルク城 Haideruberuku Jō |
| Bodensee | 博登湖 Bódēng Hú |
ボーデン湖 Bōden Ko |
| Museumsinsel (Berlin) | 博物馆岛 Bówùguǎn Dǎo |
ムゼウムスインゼル Muzeumusu Inzeru |
Warum wird Neuschwanstein mit einem Schildkrötenkopf in Verbindung gebracht?
Es handelt sich - wie so oft - um ein Chéngyǔ (成语), eine chinesische Redewendung, die natürliche einen historischen Hintergrund hat.
独占鳌头
dú zhàn áo tóu
allein den Schildkrötenkopf einnehmen
“独占鳌头”指皇宫大殿前石阶上刻的鳌的头,考上状元的人可以踏上。后来用“独占鳌头”比喻占首位或取得第一名。
"Dú zhàn áo tóu" zhǐ huánggōng dàdiàn qián shíjiē shàng kède áo de tóu, kǎoshàng zhuàngyuán de ren kěyǐ tàshàng. Hòulái yòng dúzhàn 'áotóu bǐyù zhàn shǒuwèi huò qǔdé dìyī míng.
„Allein den Schildkrötenkopf einnehmen“ verweist auf die Schildkrötenkopfskulpturen auf den Steinstufen vor der Haupthalle des Kaiserpalasts, auf die der Prüfungsbeste hinaufklettern durfte. Seitdem bedeutet „allein den Schildkrötenkopf einnehmen“ soviel wie den ersten Platz einnehmen oder Erster werden.
(Bronzeschildkröte im Kaiserpalast
(Foto: Wikimedia)
魁星: 独占鳌头
魁星踢斗。
Kuíxīng tī Dǒu.
Kuíxīng kickt (das Schriftzeichen) 斗 (dǒu).
Kuíxīng (Gott der Examen, im Nebenberuf Sternbild Großer Bär) steht auf dem Schriftzeichen für Schildkröte (鳌 áo) und balanciert das Schriftzeichen 斗 (dǒu = Scheffel). Dǒu steht hier als Abkürzung für Běidǒuxīng (北斗星), dem Sternbild Großer Bär (chinesisch: Nördliche Schöpfkelle), in dessen vier Trapezsternen Kuíxīng seinen Sitz hat.
10. Mai 2013
Japanisch
口臭 kōshū (Mund + stinken)
Chinesisch
口臭 kǒuchòu (Mund + stinken)
(Screenshot: Brutally Honest Robots)
„Wissenschaftler im japanischen Fukuoka [福岡] haben gemeinsam mit dem Roboterhersteller CrazyLabo [クレイジーラボ Kureijī Rabo] die Roboter [ロボ robo] mit den Geruchssensoren entwickelt. Während das Robo-Mädchen Kaori [香 = Duft] den Geruch des Atems ihres Gegenübers analysiert, indem der Proband ihr ins Gesicht haucht, schnüffelt Roboterhund Shuntaro [しゅんたろ] an den Socken [ソックス sokkusu] seines Gegenübers und wertet den Geruch anschließend mit seinen Sensoren [センサー sensā] aus.
Mithilfe einer vierstufigen Skala informieren die Roboter den Probanden dann über das Ausmaß des Gestanks, den sie erschnüffelt haben.
Das Sprech- Repertoire des Robo- Mädchens reicht dabei von ‚Es riecht nach Citrus‘ für besonders wohlriechenden Atem, bis hin zu ‚Notfall! Wir haben einen Notfall! Das übersteigt meine Geduld!‘ bei besonders schlechtem Atem.
Robo-Hund Shuntaro wiederum gibt auf andere Art zu verstehen, was er von den Socken hält, an denen er schnüffelt. An wohlriechende Füße schmiegt sich der künstliche Hund an, bei Käsefüßen hingegen fängt er an, zu kläffen. Hat es Shuntaro mit besonders übelriechenden Socken zu tun, reagiert er mit einem gespielten Anfall von Bewusstlosigkeit."
(Kronenzeitung vom 8. Mai 2013: Roboter erkennen Mundgeruch und stinkende Socken)
Um die Geruchssensoren der Roboter zu kalibrieren, wurden zehn Studenten damit beauftragt, durch Verzehr von Knoblauch oder fermentierten Sojabohnen Mundgeruch zu entwickeln.
Die Kalibrierungsarbeiten für Shuntaro wurden mit Socken durchgeführt, welche die Studenten tagelang trugen.
Die Idee für die beiden Roboter hatte der Erfinder nach dem Tōhoku-Erdbeben (東北地方太平洋沖地震 Tōhoku-chihō taiheiyō-oki jishin), das Japan 2011 erschütterte. Das viele Elend inspirierte ihn dazu, etwas zu erschaffen, das die Menschen wieder zum Lachen bringt.
Weil seine Familie ihn gelegentlich darauf angesprochen habe, dass sein Atem schlecht rieche oder seine Socken stinken, sei ihm letztlich die Idee für den Bau von Shuntaro und Kaori gekommen.
2. Mai 2013
Japanisch
世界遺産 sekai isan (Welt + Hinterlassenschaft, Erbe)
Chinesisch
世界遗产shìjiè yíchǎn (Welt + Hinterlassenschaft, Erbe)
Die japanische Regierung beantragte die Aufnahme des Fuji (富士山 Fujisan) als Weltkulturerbe (世界文化遺産 sekai bunka isan) und nicht als Weltnaturerbe (世界自然遺産 sekai shizen isan), denn der Vulkan habe „die einzigartige Kunst und Kultur“ Japans beeinflusst. Der erloschene Vulkan gilt (den Japanern) wegen seiner sehr symmetrischen Kegelform als einer der schönsten Berge der Welt. Er wird in Werbespots und auf Postkarten sicher öfter als das Matterhorn verwendet.
Er sei in zahllosen der traditionellen Ukiyo-e-Holzschnitte (浮世絵) abgebildet (z. B.: 36 Ansichten des Berges Fuji; 富嶽三十六景 Fugaku sanjūrokkei) und stehe für die Tradition der Bergverehrung (山岳崇拝 sangaku sūhai).
Laut Antrag umfasst der Fuji ein Gebiet von rund 70.000 Hektar in den Präfekturen Shizuoka (静岡) und Yamanashi (山梨). Neben fünf großen Seen (富士五湖 Fuji goko) und dem Shiraito-Wasserfall (白糸の滝 Shiraito no taki, 124 m) befinden sich auf dem Gebiet auch acht Shintō-Schreine (神社 jinja).
Kawaguchiko (河口湖), einer der Fünf Fuji-Seen (富士五湖 Fuji goko)
(Foto: Wikimedia-Nutzerin Midori)
| Internationaler Rat für Denkmalpflege 国際記念物遺跡会議 Kokusai Kinenbutsu Iseki Kaigi ICOMOS International Council on Monuments and Sites |
Internationale Union für Naturschutz 国際自然保護連合 Kokusai Shizenhogo Rengō IUCN International Union for Conservation of Nature and Natural Resources |
| Weltkulturerbe 世界文化遺産 sekai bunka isan |
Weltnaturerbe 世界自然遺産 sekai shizen isan |

UNESCO
ユネスコ
Yunesuko
国連教育科学文化機関
Kokuren Kyōikuka Gakubunka Kikan
UN-Sonderorganisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation
United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization
30. April 2013
Japanisch
平和条約 heiwa jōyaku (Frieden + Vertrag; Abkommen)
講和条約 kōwa jōyaku (Frieden + Vertrag; Abkommen)
Chinesisch
和平条约 hépíng tiáoyuē (Frieden + Vertrag; Abkommen)
Knapp 68 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wollen der russische Präsident Wladimir Putin (Владимир Путин) und der japanische Ministerpräsident Abe Shinzō (安倍 晋三) die Verhandlungen über einen Friedensvertrag wieder vorantreiben.
Die Positionen beider Staaten im Kurilenkonflikt (北方領土問題】 hoppō ryōdo mondai) lägen aber noch weit auseinander. Beide Staaten seien sich jedoch einig, dass die Situation „unnormal“ sei.
Die Kurilen (russisch: Курильские острова; japanisch: 千島列島, Chishima-rettō, Archipel der tausend Inseln) oder Kuril-rettō (クリル列島 Kuriru-rettō, Kurilen-Archipel) sind eine etwa 1.200 Kilometer lange vulkanische Inselkette.
Karte der umstrittenen Gebiete
(University of Texas)
Japan bezeichnet die vier beanspruchten Inseln als Nördliche Territorien (北方領土, hoppō ryōdo). Sie waren nach dem Zweiten Weltkrieg Russland zugeschlagen worden. Deswegen haben beide Länder bis heute keinen Friedensvertrag unterzeichnet. Experten halten eine Einigung für nahezu ausgeschlossen.
Besuche russischer Spitzenpolitiker auf den dünn besiedelten Inseln wie der von Regierungschef Dmitri Medwedjew (Дми́трий Медве́дев) 2012 sorgten in Japan für heftige Empörung.
11. April 2013
Japanisch
「色彩を持たない 多崎つくると、彼の巡礼の年」 Shikisai o Motanai Tazaki Tsukuru to, Kare no Junrei no Toshi
„Der jüngste Roman des japanischen Schriftsteller Haruki Murakami [村上春樹 Murakami Haruki] ist noch gar nicht in den Buchläden - aber in seiner Heimat schon ein Bestseller. Wochen vor dem Erscheinen am 12. April haben viele Fans des Literaten das Buch bei Internet-Händlern vorbestellt. Der Titel des Buchs lautet übersetzt: ‚Der farblose [色彩を持たない] Tazaki Tsukuru [多崎つくる] und sein Jahr der Pilgerfahrt‘ [巡礼の年]. …
Es ist der erste Roman des Starautors seit ‚1Q84‘ [一九八四 ichi kyū hachi yon], der 2010 in Japan erschien und weltweit millionenfach verkauft wurde. Auch dieses Mal wurde vorab nichts bekannt über das Thema des neuen Werks, das mit Spannung erwartet wird. Murakami gehört zu den erfolgreichsten japanischen Schriftstellern der Welt und war in den vergangenen Jahren immer wieder ein heißer Anwärter für den Literaturnobelpreis.“
(WAZ am 1. April 2013: Neuer Roman Murakamis schon vor Erscheinen ein Bestseller)

村上春樹
Murakami Haruki
„Haruki Murakami bleibt ein Phänomen. Mit seinen Romanen, in denen die Alltagswelt meist junger Helden immer wieder auf einem unsicheren Fundament errichtet wird, erntet der Tokioter Autor nicht nur den vertrauten Zuspruch von Lesern und Kritikern. Vielmehr löst jede Neuerscheinung einen Wirbel aus, welcher in nicht geringem Maße an die freundlichen Eskalationen bei den jeweils neuesten Bänden der Harry-Potter-Saga erinnern. …
Welche Mysterien sich dahinter verbergen, ist völlig ungewiss – und ein bekannt gutes Treibmittel für die Steigerung der Neugier. Der Autor lässt über seinen Verlag lediglich verbreiten, er habe nach dem Dreiteiler „etwas ganz anderes“ schreiben wollen. ‚Aber ich wusste nicht, was es sein sollte – bis ich dann konkret mit dem Schreiben begonnen habe.‘“
(Martin Oehlen im Kölner Stadtanzeiger vom 1. April 2013: Die Haruki-Murakami-Saga)
Bislang ist es in der deutschen Presselandschaft noch still um das Buch, möglicherweise weil die Übersetzung noch auf sich warten lässt. Auf der Seite des Verlags DuMont finden sich noch keine Informationen. Es ist allerdings davon auszugehen, dass dort Ende 2013 oder 2014 eine Übersetzung von Ursula Gräfe erscheinen wird.
9. April 2013
Koreanisch
개성공업지구, 開城工業地區 Gaeseong Gongeop Jigu (Kaesŏng + Industrie + Region)
Chinesisch
开城工业地区 Kāichéng Gōngyè Dìqū (Kaesŏng + Industrie + Region)
Japanisch
開城工業地区 Keson Kōgyō Chiku (Kaesŏng + Industrie + Region)

Blick auf Kaesong
(Foto: Wikimedia)
„Nach seinen Kriegsdrohungen hat Nordkorea allen in Südkorea lebenden Ausländern das Verlassen des Landes nahegelegt. …
Zugleich hat Nordkorea am Dienstag seine Ankündigung wahr gemacht und seine rund 53.000 Arbeiter nicht in der gemeinsam mit Südkorea betriebenen Wirtschaftszone Kaesong zur Arbeit erscheinen lassen. ... So ruht die Arbeit dort zum ersten Mal seit die Sonderwirtschaftszone 2004 eingerichtet wurde. Einen entsprechenden Schritt hatte die Führung in Pjöngjang am Vortag angekündigt. Damit ist auch die letzte Verbindung zum Süden vorerst gekappt. …
Einige der in Kaesong verbliebenen mehreren hundert südkoreanischen Manager berichteten, sie wollten vorerst in ihren Fabriken bleiben, um auf deren Maschinen und Geräte aufzupassen. Allerdings würden bereits die Lebensmittel knapp. ‚Wir bleiben hier, bis uns die Rāmen ([라면] Nudelsuppe) ausgeht‘, sagte einer der Südkoreaner in Kaesong am Dienstagmorgen.“
(Handelsblatt am 8. April 2013: Nordkorea rät Ausländern in Südkorea zur Ausreise)
Die nordkoreanische Stadt Kaesŏng (300.000 Einwohner) war vom 10. bis zum 14. Jahrhundert - mit kurzen Unterbrechungen - Hauptstadt des koreanischen Königreichs Goryeo (고려, 高麗) und ist Teil der Provinz Nord-Hwanghae (황해북도, 黃海北道 Hwanghaebuk-do). Ein Teil der Stadt bildet die besondere Verwaltungsregion Industriegebiet Kaesŏng.
2003 wurde die Schaffung einer Freihandelszone an der wiederaufgebauten Straßen- und Eisenbahnverbindung zwischen Pjöngjang (평양) und Seoul (서울) beschlossen, in der die Hyundai Motor Company (현대자동차, 現代自動車 Hyeondae Jadongcha) investieren wollte.
Das Projekt wird kritisiert, weil der Monatslohn von 57,50 US-Dollar nicht an die Arbeiter, sondern an die Regierung gezahlt wird. Diese ziehe für Sozialleistungen 22,50 Dollar ab, der Rest wird zum offiziellen Kurs zu 143 Won (원) umgerechnet und an die Arbeiter ausgezahlt, die damit weniger als zwei US-Dollar erhalten.
Der 30-jährige Kim Jong-un [김정은, 金正恩] ist Generalsekretär und Oberkommandierender. Mit öffentlichen Disney-Shows wollte er möglicherweise Signale an den Westen senden. Für seinen Konfrontationskurs hat er wohl die Zustimmung des Militärs. Nur er darf den Einsatzbefehl für Atomraketen geben und hat bereits die „endgültige“ Genehmigung für einen Angriff auf die USA erteilt.
8. April 2013
Japanisch
鉄の女 tetsu no onna
Chinesisch
铁娘子 tiě niángzi
Russisch
Желе́зная ле́ди schelésnaja lédi

(Foto: Wikimedia)
Heute starb die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher, die von den Russen den schönen Spitznamen „Eiserne Lady“ erhalten hatte. Der von ihr selbst geliebte Spitzname „Iron Lady“ stammt von einem Kommentar von Radio Moskau, nachdem sie 1976 in einer Ansprache die „bolschewistische Sowjetunion“ scharf attackiert hatte.
Japanisch
マーガレット・サッチャー Māgaretto Satchā
Chinesisch
玛格丽特•撒切尔 Mǎgélìtè Sāqiē'ěr
Russisch
Ма́ргарет Тэтчер Márgaret Tetscher
8. April 2013
Japanisch
どこにもない dokonimonai (nirgends + zu finden)
„Ferien am Meer muss man nicht zwingend am Mittelmeer verbringen. Versuchen Sie es einmal in Japan. Da steht nämlich ein zauberhaftes Haus in der Nähe von Tōkyō, das ‚Nirgendwo‘ [ノーウェアーリゾート Nōweā Rizōto; englisch: Nowhere resort] heißt. …
Das Haus ‚Nowhere in Sajima‘ [ノーウェアリゾート佐島 Nōweā Rizōto Sajima] von Yosutaka Yoshimura [吉村靖孝 Yoshimura Yosutaka] wirkt auf eine moderne Art poetisch. Die Fenster, die sich alle auf das Meer ausrichten, haben alle eine andere Form. Das schlichte Haus, es ist ein weißer Dreieckskörper, bekommt so eine Leichtigkeit und Transparenz.
Durch die flächigen Fenster scheint es fast so, als ob sie gar nicht da sind, und sich das Meer mit den Räumen verbindet. Die surreale Optik erinnert stark an das Bild ‚Rooms by the Sea‘ von Edward Hopper.
(Marianne Kohler am 5. April 2013: Ferien am Meer – in Japan)
5. April 2013
Chinesisch
肥猪 féizhū (fett + Schwein)
(http://www.kraftfuttermischwerk.de/blogg/)
„Inmitten der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel haben Aktivisten offenbar eine Nachrichten-Website der nordkoreanischen Führung gehackt: Die von China aus betriebenen Seite Uriminzokkiri [우리민족끼리; 我們民族之間; durch unser Volk selbst] wurde am Donnerstag lahmgelegt. Auf den dazugehörenden Twitter- und Flickr-Feeds wurde Machthaber Kim Jong-un [김정은, 金正恩] auf einem Foto mit Schweinsnase, Schweinsohren und Mickey-Maus-Tattoo auf der Brust verunglimpft. …
Über Uriminzokkiri werden normaler Weise Nachrichten und Propaganda der nordkoreanischen Führung verbreitet, etwa Bilder vom Weißen Haus im Fadenkreuz.“
(Focus vom 4. April 2013: Hacker verpassen Kim Jong Un eine Schweinsnase)
„Das ist neu: Seit Wochen fallen chinesische Blogger im Internet über Nordkoreas Jungdiktator Kim Jong-un her. Als ‚Fettwanst‘ verspotten sie ihn, sie nennen ihn ‚Baby-Kim‘ oder bezeichnen ihn als ‚Irren‘.
Solche Einträge haben die staatlichen Zensurbehörden bis vor kurzem noch unverzüglich löschen lassen - handelt es sich schließlich um den Staatschef eines befreundeten Bruderstaates. Doch derzeit sind diese Einträge auch Tage später noch zu finden - was darauf hinweist, dass auch Chinas Führung nur noch wenig Verständnis für das Kriegsgeschrei aus Pjöngjang übrig hat.“
(Felix Lee im Bonner Generalanzeiger vom 5. April 2013: China steckt im Dilemma)
有网民嘲金正恩「年少无知」,有的骂他是「肥猪」、「坏蛋」、「癫了」、「无脑」。
Yǒu wǎngmín zhāo Jīn Zhèng'ēn niánshào wúzhī yǒude mà tā shì féizhū huàidàn diān wúnǎo.
„Einige Netzbürger twittern, dass Kim Jong-un ‚jung und unerfahren‘ sei, andere beschimpfen ihn als ‚fettes Schwein‘, als ‚Halunken‘, als ‚Verrückten‘ und als ‚Hirnlosen‘.“
Im Bekennerschreiben der Hacker steht unter anderem Folgendes:
“To Kim Jong-un:
So you feel the need to create large nukes and threaten half the world with them?
So you're into demonstrations of power?, here is ours:
Enjoy these few records as a proof of our access to your systems (random innocent citizens, collateral damage, because they were stupid enough to choose idiot passwords), we got all over 15k membership records of www.uriminzokkiri.com and many more. First we gonna wipe your data, then we gonna wipe your badass dictatorship "government".
To the citizens of North Korea we suggest to rise up and bring these motherfuckers of a oppressive government down!
(http://htmlpaste.com/a632c09068de1af2ea20d2f4f74cd081a74b3000)
愤怒的小鸟
fènnù de xiǎo niǎo
angry bird
zorniger kleiner Vogel
4. April 2013
Japanisch
ハドーケニング! Hadōkeningu!
波動拳! Hadōken! (Welle + Bewegung + Faust)
„‚Do the Harlem Shake!‘ – diesen Satz kann wohl fast keiner mehr hören. Zu lange und viel zu häufig flimmerten diese 30 Sekunden des Irrsinns über unsere Bildschirme. Dafür muss etwas Neues erfunden werden und deswegen wurde das Hadouken-ing aus Japan nun in die ganze Welt exportiert. Hadōken-ing bedeutet soviel wie ‚das Ausüben des Hadōken-Attacke‘. Der Begriff Hadōken wurde vor allem durch den Arcade-Klassiker ‚Street Figher‘ [ストリート・ファイター Sutorīto・Faitā] geprägt. ...
In Japan ist längst aus dem Neologismus ein ganzer Sport entstanden. Die Jugendlichen auf der asiatischen Insel beschäftigen sich mittlerweile seit einigen Wochen damit, möglichst gelungene Attacken auf Foto festzuhalten. Die Bilder zeigen dabei immer einen Angreifer, der gerade den Hadōken ausführt, und einen oder mehrere Menschen, die dadurch weggeschleudert werden.“
(Lenz Nölkel, am 3. April 2013: Hadouken-ing – Der neue Trend aus Japan)
3. April 2013
Chinesisch
创造力 chuàngzàolì (schaffen + machen + Kraft)
Japanisch
創造力 sōzō ryoku (erschaffen + Kraft)
„Den Kindern fehlt die Kreativität"
„Das hat auch Lutz Michaelis beobachtet. Der Deutsche ist bei DF Robot angestellt, forscht an Robotern [机器人 jīqìrén] und 3D-Druckern [三维打印sānwéi dǎyìn]. ‚Den meisten Kindern hier in China fehlt die Kreativität‘, sagt der 48-Jährige, ‚nur die wenigsten haben schon mal etwas gebastelt oder etwas ausprobiert. Das Land muss erfinderischer werden.‘
Ob das gelingt? Schafft es das Reich der Mitte [中国 Zhōngguó], vom Kopierer zum Erfinder zu werden? Die chinesische Regierung hat diese Frage mit einem klaren ‚Ja‘ beantwortet und stellt Milliarden an Fördergeldern bereit. Gleichzeitig fordert sie lokale und ausländische Firmen auf, ihre Forschung und Entwicklung (F&E [研發 yánfā]) zumindest teilweise nach China zu verlegen. …
Auf dem Papier kann China mit beeindruckenden Zahlen aufwarten: Die Volksrepublik stellt mit mehr als drei Millionen die meisten Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung weltweit. Laut ‚Economist‘ ist es inzwischen das Land mit den meisten Patenten [专利 zhuānlì] und den meisten Bachelor-Studenten [学士 xuéshì]; Hunderttausende Chinesen studieren im Ausland. …
Auch Kim Francois sieht das chinesische Schulsystem als Hauptgrund für die mangelnde Innovationsfähigkeit des Landes. ...
‚Es ist nicht schwer, kreativ zu sein, wenn man anders erzogen wurde‘, sagt sie. Noch aber sei eine Karriere in einem großen Unternehmen, gerne in einem Staatsbetrieb [国有企业 guóyǒu qǐyè], das Non-Plus-Ultra, das sich chinesische Eltern für ihre Kinder vorstellen können. ‚Wer vom Pfad abweicht und lieber stundenlang bastelt, passt nicht ins Schema‘, sagt Francois. …
‚In China werden Patente noch immer ‚top-down‘ planbewirtschaftet‘, kritisiert Glorad-Chef von Zedtwitz, ‚es werden zentrale Vorgaben gemacht, wie viele Patentanmeldungen pro Jahr von welcher Institution kommen sollen. Dies wird dann lokal umgesetzt.‘“
(Nina Trentmann in der Welt vom 12. März 2013: Können Chinesen eigentlich auch selbst erfinden?)
28. März 2013
Japanisch
杖 tsue (Stock, Stütze)
ケーン kēn (englisch: cane)
ケイン kein (englisch: cane)
„Wie macht man Geschäfte in der alternden Gesellschaft [高齢社会 kōrei shakai]? Die Antwort von Fujitsu [富士通 Fujitsū] ist ein Gehstock für Senioren [シニヤ shiniya] mit eingebautem Navigationssystem [ナビゲーション・システム nabigēshon shisutemu]. Der Prototyp [プロトタイプ purototaipu] namens ‚New Generation Cane‘ funkt über Wi-Fi [ワイ・ファイ wai fai] sowie Bluetooth [ブルー・トゥース burū tūsu], hat eingebautes GPS [ジー・ピー・エス jī pī esu] und kann sogar die Herzfrequenz des Benutzers messen.
Noch muss die geplante Wegstrecke [里程 ritei] vorprogrammiert werden. Dann zeigt der vergrößerte Stockgriff die Abbiege- bzw. Richtungspfeile an, zugleich vibriert er, damit der Nutzer nicht ständig das Display [ディスプレイ disupurei] beobachten muss. Andere Leuchten zeigen den Status für WLAN-Empfang [ダブリュー・ラン daburyū ran] und den Akku-Zustand an, wenn der Stock in Betrieb ist.
Die Route wird am Computer [コンピューター konpyūtā] oder dem Smartphone [スマート・ホン sumāto hon] vorgegeben und dann an den Stock übertragen. Umgekehrt lässt sich am Computer verfolgen, wo sich der Stock gerade aufhält und ob er der gewählten Wegstrecke folgt. Auf diese Weise erhalten Angehörige [家 ie] oder das Pflegepersonal [看護職員 kango shokuin] die Information über den Aufenthaltsort des Nutzers.
Fujitsu hat einige hochentwickelte Smartphone-Funktionen in den Stock eingebaut. Dazu gehören neben dem Pulsmesser auch ein Schrittmesser [歩度計 hodokei], der die Zahl der Stockaufsetzer zählt.“
(Japanmark vom 25. März 2013: Smarter Gehstock von Fujitsu)
2. April 2013
Japanisch
『NHKのど自慢』 NHK Nodo Jiman (喉 / のど nodo = Kehle + stolz)
NHK Nodo Jiman
„Weil er bei einer beliebten Talentshow [アイドル・シリーズ aidoru shirīzu] abgelehnt worden war, hat ein 70-jähriger Japaner damit gedroht, das gesamte Studio in die Luft zu sprengen. Da er jedoch vergaß, die Nummer seines Handys [ケータイ kētai] zu unterdrücken, konnte die Polizei ihn leicht ausfindig machen und festnehmen, wie ein Sprecher der Polizei von Niigata [新潟] am Freitag mitteilte.
Kazumi Yaoita [矢尾板和三 Yaoita Kazumi] hatte sich demnach für den populären Gesangswettbewerb ‚Nodo Jiman‘ (Stolz auf meine Stimme) des Senders NHK [日本放送協会 Nippon Hōsō Kyōkai] beworben. Eine Standardabsage bereitete seinen Träumen vom späten Ruhm jedoch ein Ende, noch bevor er überhaupt eine Note singen konnte. Erbost über die knappe Zurückweisung griff Yaoita zu seinem Handy und drohte den Produzenten der Show mit einem Bombenanschlag [爆破テロ bakuha tero].
Er sagte später aus, dass er Karaoke [カラオケ] liebt und ihn seine Freunde für einen großartigen Sänger halten. Dass er nun so einfach per Postkarte [ポスト・カード posuto kādo] abgelehnt wurde, hat ihn offenbar völlig aus der Fassung gebracht. Für seinen Anruf drohen ihm nun drei Jahre Haft.
(Kurier vom 29. März 2013: Pensionist droht Talentshow mit Bombenanschlag)
Nodo Jiman ist eine der ältesten Fernsehsendungen in Japan. Der erste Wettbewerb wurde bereits 1946 im Radio ausgestrahlt. Für Ausländer, die es sich trauen, Japanisch zu singen, gibt es den Wettbewerb “Nodo Jiman Za! World” [のどじまん ザ!ワールド].
Nodo Jiman Za! World
26. März 2013
Chinesisch
中国梦 Zhōngguómèng (Mitte + Reich + Traum)
„China hat einen neuen ‚Jahrhundert-Traum‘. Bis 2050 will die 1949 gegründete Volksrepublik zu einem starken, wohlhabenden Weltreich [帝国 dìguó] werden - mit allem, was dazugehört. Nach außen etwa mit Investitionen auf allen Kontinenten, einer Marine, die auf allen Weltmeeren zu Hause ist, einem Rüstungsetat, der jedes Jahr zweistellig wächst. ...
Nach innen träumt China von blühenden Landschaften, reiner Luft, unverseuchten Böden, sauberen Flüssen und einer sozial gerechten Gesellschaft. ‚Wir haben diesen chinesischen Traum‘ [我们的中国梦 wǒmen de Zhōngguómèng], wurde auf dem fast 13 Tage dauernden Volkskongress [人大 Réndà] in Peking zu einem der von den 3000 Delegierten meiststrapazierten Sätze. Die Propaganda drängte auch der Gesellschaft überall das neue Wort auf. In Chinas Google-ähnlichem Suchsystem Bǎidù [百度] wurden am Sonntag 25 Millionen Einträge zum Stichwort ‚Zhōngguómèng‘ ([中国梦] Chinas Traum) angezeigt.
Verfasser und Erfinder des Worts vom Traum ist Chinas Spitzenpolitiker Xí Jìnpíng [习近平], der kurz nach seiner Ernennung zum Partei- und Armeechef das neue Schlagwort prägte. Er beschwor es in seiner 25 Minuten langen Abschlussrede vor dem Parlament am Sonntag allein 14-mal. Sein ‚chinesischer Traum‘ soll das Volk mit ‚Selbstvertrauen in die sozialistische Theorie, den sozialistischen Weg und das sozialistische System‘ erfüllen. ...
Um den Traum zu verwirklichen, so sagte Xí Jìnpíng den Delegierten, ‚ muss man den besonderen chinesischen Weg [中国路 Zhōngguólù] gehen‘. Dieser setze die ‚mehr als 5000 Jahre alte Zivilisationsgeschichte‚ fort. ‚Chinas Geist‚ sei ein ‚nationaler Geist, dessen Kern der Patriotismus [爱国主义 àiguó zhǔyì] ist‘. Er habe die Kraft, die ‚Nation zusammenschweißen‚ zu können.‘ …
Auch der neue Ministerpräsident Lĭ Kèqiáng [李克强] versprach, den chinesischen Traum umzusetzen. Zuerst will er die zerstörte Umwelt reparieren. ... Er sei entschlossen, das Problem zu lösen, ‚ohne Gnade und mit eiserner Faust‘.
Als Chinas Abgeordnete am Sonntag den Volkskongress verließen, tauchten sie in den Feinstaub-Smog der Hauptstadt ein. Die Umwelt ist nicht nur in Peking verschmutzt. In der Schweinezucht-Region zwischen der Metropole Shànghǎi [上海] und der 80 Kilometer südwestlich gelegenen Millionenstadt Jiāxīng [嘉兴] schwemmte der Huangpu-Strom [黄浦江 Huángpǔjiāng] tausende tote Schweinen an, die an Infektionen verendet waren."
(Johnny Erling im Standard vom 18. März 2013: Xi Jinping propagiert den chinesischen Traum)
Der Bildungsweg in Japan - Schule und Studium in Japan
(19. März 2013)
![]() |
KOBAYASHI Toshiaki (小林敏明)
„Die Japaner haben in bislang allen PISA-Vergleichstests eindrucksvoll belegen können, dass ihr Bildungssystem zusammen mit dem von Finnland zu den leistungsfähigsten der Welt zählt. Aber wie sieht dieses System eigentlich genau aus? Ist es wirklich so effektiv wie sein Ruf? Welche Ursachen hat das straffe Leistungsdenken? Und in welchem Zusammenhang steht dies mit negativen Begleiterscheinungen wie psychosomatischen Erkrankungen und Depressionen bei Jugendlichen?“
Mit dieser Ankündigung wurde auf die erste Veranstaltung der OAI-Vortragsreihe 2013 eingestimmt, zu dem das Ostasieninstitut den Leipziger Philosophie-Professor KOBAYASHI Toshiaki (小林敏明) eingeladen hatte.
Kobayashi schloss bereits 1974 sein Philosophiestudium in Nagoya ab, promovierte 1996 an der FU Berlin und habilitierte sich vier Jahre später in Leipzig.
Zu Beginn seines Vortrags stellte Kobayashi heraus, dass in Japan 50 Prozent eines Jahrgangs studieren, während es in Deutschland lediglich 26 Prozent sind. Doch beide Länder bleiben weit hinter Südkorea zurück, wo rund 90 Prozent eines Jahrgangs eine Hochschule besuchen.
Charakteristisch für das japanische Bildungssystem ist das Ranking, bei dem Hochschulen, die weiter vom Zentrum (= Tōkyō) entfernt sind, oft über eine geringere Reputation verfügen. Renommierte Firmen bevorzugen Absolventen von renommierten Universitäten.
Während in Deutschland die Abiturnote entscheidend ist, gilt es in Japan, landesweit Eintrittsexamina zu bestehen. Doch nicht genug damit – die meisten Universitäten verlangen von den Bewerbern weitere Zusatzprüfungen, für die sie zudem noch Geld verlangen. Da diese Prüfungen über die Zukunft entscheiden, hat sich eine regelrechte Vorbereitungs-Industrie gebildet:
Die Vorbereitung für die Universität beginnt praktisch in der Grundschule, denn nur wer eine renommierte Oberschule besucht, hat gute Aussichten, weiterzukommen. Verschärft wird dieses System durch den Konkurrenzkampf der Eltern und dem kollektivistischen Zwang. Wenn die Studenten es dann bis zur Hochschule geschafft haben, ist ihre Energie häufig erschöpft. Das nennt sich dann Maikrankheit (五月病 gogatsubyō), denn im Mai ist gerade ein Monat des Studienjahres vorüber.
Kobayashi führt folgende Begleiterscheinungen des japanischen Bildungssystems auf:
Damit zusammen hängen nach der Auffassung von Kobayashi folgende sozialen Probleme:
Kobayashi kommt zu folgendem Fazit: Japan ist eine hierarchische Gesellschaft, die auf den schulischen Werdegang großen Wert legt (学歴社会 gakureki shakai). Berufsaussichten und sogar Heiratsaussichten können abhängig von der besuchten Universität sein. Da weiter hauptsächlich entscheidend ist, wo, nicht aber wie man studiert hat, sinkt das Niveau an den Universitäten. Diese Aspekte des japanischen Bildungssystems sollten uns eine Warnung sein.
26. März 2013
Japanisch
エベレスト Eberesuto (englisch: Everest)
エヴェレスト Everesuto (englisch: Everest)
チョモランマ Chomoranma (tibetisch: Qomolangma)
Englisch
Mount Everest
Nepali
सगरमाथा Sagarmatha (Stirn des Himmels)
Tibetisch
ཇོ་མོ་གླང་མ Jo mo klungs ma (Qomolangma; Mutter des Universums)
Chinesisch
珠穆朗玛峰 Zhūmùlǎngmǎ Fēng (phonetische Wiedergabe des Tibetischen Qomolangma + Gipfel)

Qomolangma
(Foto: Wikimedia-Nutzer Trialsanderrors)
„Im nächsten Frühjahr bietet der Mount Everest wieder einmal eine Rekordjagd der besonderen Art. Zwei über 80-Jährige wollen den höchsten Berg der Erde besteigen und sich damit im Guinness-Buch der Rekorde [ギネス・ブック Ginesu bukku] verewigen. Dort wird derzeit als ältester Mann, der jemals auf dem 8.850 Meter hohen Gipfel stand, Min Bahadur Sherchan geführt. Der Nepalese hatte den Mount Everest im Mai 2008 im Alter von 76 Jahren und 340 Tagen bestiegen. …
Gelänge ihm Ende Mai der Aufstieg zum höchsten Punkt, wäre Shershan knapp 83 Jahre alt und hätte den Rekord sicher. Sein Rivale ist nämlich jünger. Yuichiro Miura [三浦 雄一郎 Miura Yūichirō] feierte vor zweieinhalb Wochen ‚erst‘ seinen 80. Geburtstag. Im Frühjahr will der Japaner von der tibetischen Nordseite aus aufsteigen. ‚Den Everest mit 80 herauszufordern, könnte vielleicht die Grenze für einen Menschen sein‘, spekuliert Miura, der schon einmal vorübergehend der älteste Mann auf dem höchsten Berg der Erde war. ...
Schwärmer bezeichnen Miura als ‚Vater aller Extremskifahrer‘. 1964 hielt er mit 172,084 Stundenkilometern den Geschwindigkeitsrekord auf zwei Brettern, allerdings nur einen Tag lang. 1970 wagte der damals 37-Jährige als Erster eine Skiabfahrt aus einer Höhe von 8000 Metern: vom Südsattel des Mount Everest, mit Atemmaske. Dabei wurde seine Schussfahrt von einem Fallschirm gebremst. Miura verlor im Blankeis der Lhotseflanke die Kontrolle und kam nach einer wilden Rutschpartie erst kurz vor einer Gletscherspalte zum Liegen. Bei der Expedition starben insgesamt sieben Sherpas [シェルパ sherupa] und ein Japaner. Der Dokumentarfilm ‚The man who skied down Everest‘ [「エベレストを滑った男」] wurde 1976 mit einem Oscar [オスカー Osukā] ausgezeichnet.
Der letzte Versuch eines ‚Super-Oldies‘, den Mount Everest zu besteigen, endete tödlich. Im Mai 2011 brach der 82 Jahre alte frühere nepalesische Außenminister Shailendra Kumar Upadhyay beim Abstieg von Lager eins zum Basislager zusammen und hauchte sein Leben aus. Der Todesfall hatte offenkundig keine abschreckende Wirkung.“
(Abenteuersport: Seniorentreff am Everest)
Miura Yūichirō wurde 1970 durch den längsten Abfahrtslauf der Ski-Geschichte weltbekannt. Der Lauf, bei dem er 160 Stundenkilometer [時速キロ jiso kukiro] erreichte, wurde durch einen Fallschirm [パラシュート parashūto] gebremst. Das ganze Abenteuer kostete 3 Millionen Dollar.
Sein Vater, Miura Keizō [三浦敬三], war von ähnlichem Kaliber. Er bewältigte mit 77 Jahren den Kilimandscharo auf Skiern und machte mit 88 Jahren eine 100 Kilometer lange Langlauftour durch die Alpen. Zu seinem 99. Geburtstag fuhr er mit vier Generationen seiner Familie auf Skiern im Mont Blanc-Gebiet.
25. März 2013
Chinesisch
通緝犯 tōngjīfàn (in Verbindung mit + festnehmen + Verbrecher)
通缉犯 tōngjīfàn (das Gleiche in Kurzzeichen)
通緝犯穿「WANTED」T恤被雲林警方逮回
Tōngjīfàn chuān “Wanted“ T-xù bèi Yúnlín jǐngfāng dàihuí.
Gesuchter Verbrecher mit “Wanted“ T-Shirt von der Polizei in Yunlin festgenommen
„Sein T-Shirt mit der Aufschrift ‚Wanted‘ ist einem wegen Drogenmissbrauchs gesuchten Mann in Táiwān [台灣] zum Verhängnis geworden: Ein Streifenpolizist sei durch die Aufschrift mit dem englischen Wort für ‚Gesucht‘ neugierig geworden und habe die Personalien des Mannes aufgenommen, teilte die Polizei am Donnerstag mit.
Bei einer Überprüfung des Namens im Computer habe sich herausgestellt, dass es sich um einen wegen Drogenmissbrauchs gesuchten Mann handelte. Die Polizei gab lediglich den Nachnamen Wú [吳] an.
Während der Polizist über Englischkenntnisse auf Grundschulniveau verfügte, konnte Wú gar kein Englisch. Das T-Shirt habe er von seinem Sohn geschenkt bekommen, sagte er der Polizei. Er habe nicht gewusst, was ‚Wanted‘ bedeute.“
(20 Minuten online: Gesuchter wegen «Wanted»-T-Shirt verhaftet)
OAI-Vortragsreihe 2
Donnerstag, den 4. April um 19 Uhr
“Als deutscher Manager in einem chinesischen Staatsunternehmen“
Der Referent, Stefan Schwaab (史华龙 Shǐ Huàlóng), studierte an der Fachhochschule Ludwigshafen und erwarb einen MBA an der Kellogg School of Management in Chicago. Durch seine Tätigkeiten für die Firmen ABB und Alstom fand er Kontakt zum asiatischen Raum. Seit 2010 ist Herr Schwaab (史华龙 Shǐ Huàlóng) Mitglied der Geschäftsleitung der China First Heavy Industries (中国第一重型机械集团公司 Zhōngguó Dìyī Zhòngxíng Jīxiè Jítuán Gōngsī). Als Executive Vice President ist er für das internationale Geschäft verantwortlich, und damit einer der wenigen ausländischen Manager in der Führungsregie eines bedeutenden Staatsunternehmens in China.
China First Heavy Industries ist ein Anlagenbauer der ersten Stunde und wurde 1954 als Staatsunternehmen gegründet. Die heutigen Geschäftsfelder sind Stahlwerke, Kraftwerksbau, Petrochemie, Bergbau, Schmiedepressen und andere. Das Unternehmen beschäftigt heute rund 14.000 Mitarbeiter und hat einen Umsatz von etwa 1,6 Milliarden Euro. 2009 wurde es teilprivatisiert, wobei einer der größten Anteilseigner das Staatsunternehmen Baosteel (上海宝钢集团公司 Shànghǎi Bǎogāng Jítuán Gōngsī) ist.
Herr Schwaab berichtete im Folgenden aus seinen reichhaltigen Erfahrungen Managementerfahrungen und ging dabei insbesondere auf die interkulturellen Herausforderungen ein, die seine Position mit sich bringt. Eine lebendige Diskussion dazu schloss die Veranstaltung ab.
中国一重
Zhōngguó yīzhòng
中国第一重型机械集团公司
Zhōngguó dìyī zhòngxíng jīxiè jítuán gōngsī
(China + Nr. 1 + schwer + Maschine + Gruppe + Firma)
22. März 2013
Japanisch
桜 sakura
サクラ sakura
桜花 ōka (Kirsche + Blüte = Kirschblüte)
桜樹 ōju (Kirsche + Baum = Kirschbaum)
桜桃 ōtō (Kirsche + Pfirsich = Kirsche)
Chinesisch
樱花 yīnghuā (Kirsche + Blüte)
Lateinisch
Prunus yedoensis (Pflaumenbaum + Edo)
„Während die Deutschen über den langen Winter stöhnen, begrüßen die Japaner einen extrem frühen Frühling. Wegen ungewöhnlich warmer Temperaturen sind bereits die ersten Knospen in den Parks aufgesprungen - Zeit für Sakura, die japanische Kirschblüte.
Das pinkfarbene Ereignis, das die Menschen jedes Jahr mit dem Fest Hanami [花見 = Blüten betrachten] zelebrieren, hat dieses Jahr einen Frühstart hingelegt. Zehn Tage früher als sonst und 15 Tage früher als im vergangenen Jahr haben die Zierkirschen diesen März angefangen zu blühen ...
Die Sakura steht für den Beginn und die Vergänglichkeit des Lebens - aber auch für die weibliche Schönheit. Etwa zehn Tage dauert das Naturspektakel, das Japan alljährlich in ein rosa und weißes Meer taucht. Einheimische treffen sich in diesen Tagen zum Spazierengehen unter den Kirschen, am späten Abend werden die Baumkronen mancherorts angestrahlt. Für diesen Moment haben die Japaner sogar einen eigenen Namen: Yozakura [夜桜 Kirschblüten in der Nacht].
Am liebsten zelebrieren sie das Hanami-Fest bei ausgedehnten Picknicks auf den Wiesen. Sie breiten unter den Bäumen blaue Plastikplanen aus, verspeisen mitgebrachtes Essen und stoßen mit Sake [酒, Reiswein] an. …
Urlauber müssen ein bisschen Glück haben, wenn sie das Spektakel mit Volksfestcharakter erleben wollen. Genau vorhersagen lässt sich der Zeitpunkt nicht. Die Sakura beginnt meistens Ende März - und dauert nur wenig mehr als eine Woche.“
(Spiegel Online: Japan in Rosa: Tokio feiert frühe Kirschblüte)
Nur ein einziges Mal seit Beginn der Kirschblüten-Aufzeichnungen im Jahr 1953 blühten die Bäume noch früher.
Yozakura (夜桜), Angestrahlte Kirschbäume in Tōkyō
(Foto: Wikimedia-Nutzer nattou)
Von einer japanischen Japanische Blütenkirsche (Prunus serrulata) kann man keine Kirschen erwarten, dafür hat sie umso mehr Blüten, die einen schönen Hintergrund für ein Picknick oder ein Besäufnis bieten. Dabei kann man so schön das beliebte Lied „Sakura, Sakura" gröhlen:
„Zu überhören ist es auch nicht: ‚Saakuuura, Saakuuura!' schallt es von überall her - das populäre japanische Volkslied scheppert hier aus einem tragbaren Kassettenrekorder, dort wird es von einer Gruppe fideler Seniorinnen angestimmt: ‚Sakura, sakura, der Frühlingshimmel so weit das Auge reicht, wie Nebel, wie Wolken", singen sie mit Tränen des Glücks in den Augen, „der Duft und die Farben - gehen wir, gehen wir uns am Anblick zu erfreuen!'"
(Sönke Krüger in der Welt vom 17. März 2010: Die Kirschblüte versetzt Japaner in Vollrausch)