Die folgenden Publikationen wurden von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Ostasieninstituts verfasst. Es sind dies (in umgekehrter chronologischer Reihenfolge):
Zeitschriftenartikel
Christine Liew im Focus-Online: Nordkoreas Wunderwurzeln heilen (fast) alles
Christine Liew im Focus-Online: Die Angst vor dem Bruder und dem Rest der Welt
Jörg-Meinhard Rudolph in der FAZ: Barbaren mit Barbaren in Schach halten
Students of East Asia Marketingmanagement e.V. (StEAM)
Ein Beben - Elf Perspektiven
München: Iudicium, 2012
116 Seiten
ISBN: 978-3-86205-078-9
Vorwort
„Katastrophen verändern Leben. Sie verändern möglicherweise sogar ganze Nationen. Das Erdbeben vom März 2011 in Japan ist so ein Beispiel. Betroffen waren nicht nur normale Menschen, in Deutschland und Japan wurden auch die Prioritäten auf staatlicher Ebene in Frage gestellt. Dieses Buch beinhaltet elf Aufsätze von Menschen, die diese Katastrophe am eigenen Leib erfahren haben. Zu jener Zeit waren sie alle Studenten, die, als Teil ihrer Ausbildung am Ostasieninstitut in Ludwigshafen, ein verpflichtendes Auslandsjahr in Japan absolvierten. Sie berichten von den Vorfällen ohne jede mediale Überzeichnung und Sensationsgier authentisch, persönlich und einzigartig. Einige von ihnen waren direkt vor Ort, beispielsweise in Sendai. Manche waren in der Umgebung von Tokio und Osaka oder andernorts. Man erhält einen Überblick über die damalige Situation in Japan. Zweifellos werden die hier enthaltenen Informationen jene interessieren, die bereits sehr vertraut mit dem Land sind. Jedoch wird es auch Nichtfachleuten leicht zugänglich sein. Sicherlich wird diese Sammlung bei denjenigen auf Interesse stoßen, die auf eine Debatte um Atomenergie bedacht sind und ferner zu einer überfälligen Diskussion über Medienverantwortung und -verlässlichkeit anregen. Die Autoren berichten nicht nur von ihren unterschiedlichen Erfahrungen, sie laden auch zu einer Reflexion darüber ein, wohin es uns führen wird und wie wir dort hingelangen könnten.“ (Peter Wetzler, Univ. of California, Berkeley)
Vorwort
Matthias Obst: Erinnerungen an das Tohoku-Erdbeben
Claudio Segura Schmitz: Wie mich die deutschen Medien enttäuschten
Zhang Chicheng: Das japanische Erdbeben aus meiner Sicht
Bastian Lidzba: Erdbeben im 27. Stock
Dominik Wörns: Warum ich nicht nach Japan zurückkehrte
Kim Siemund: Nächtliche Odyssee nach dem Erdbeben
Christopher Lee Hütte: Aus dem Kreis einer japanischen Gastfamilie
Son Anh Bui: Mein dramatisches Erlebnis in Miyagi
Ulli Stähle: Schwankende Hochhäuser in Tokio
Carsten Linke: Das Beben und die Folgen von Kansai aus erlebt
Christoph Schwinghammer: Urlaub zum falschen Zeitpunkt
Leseprobe
Matthias Obst: Erinnerungen an das Tohoku-Erdbeben
Rezension
„Das Buch bietet eine sehr spannende und berührende Lektüre. Wie haben elf Austauschstudenten, die urplötzlich von jener Urkatastrophe des 11. März 2011 in ihren Semesterferien überrascht wurden, reagiert und jenen Schock überwunden? Sie hatten in fünf japanischen Universitäten, in Akita in Nordjapan, in Takasaki in der Gunma-Präfektur, an der Aoyama Gakuin in Tokyo, in Nagoya und an der Kansai Gaidai Universität nahe Kyoto, studiert. Teilweise befanden sie sich weitab vom Katastrophenzentrum, teils wurden sie urlaubsbedingt in Matsushima mitten im Tsunami-Gebiet getroffen oder strandeten auf der Durchreise auf dem Bahnhof von Chiba. Interessant und bemerkenswert ist, wie beherrscht und umsichtig alle, der japanischen Sprache oft nicht vollständig mächtig, mit der Katastrophe, den Beben, dem Strom- und Netzwerkausfall, dem vorübergehenden Zusammenbruch des Bahnverkehrs und den Versorgungsengpässen umgegangen sind. Vor allem auf Druck ihrer Eltern und auf Anweisung ihrer Hochschule flogen sie nach der Wasserstoffexplosion in Fukushima kurzfristig aus Japan aus, um dann fast alle zwei bis drei Wochen später – oft gegen den Widerstand der besorgten Angehörigen – zu Semesterbeginn in die oft recht leeren Vorlesungssäle für Austauschstudenten zurückzukehren.
Oft wurden jene Ausreisen mit sehr schlechtem Gewissen angetreten, ließ man doch japanische Freunde, Kommilitonen, Gastfamilien und Freundinnen zurück. Wer ganz schlecht in diesen Berichten wegkommt, sind die deutschen Medien mit ihrer hysterischen Panikmache, die den besorgten Angehörigen in der Heimat den Eindruck vermittelten, ganz Japan sei verstrahlt und unbewohnbar geworden oder jene Politiker, die ihre schmutzige politische Suppe mit der Dreifachkatastrophe kochen wollten – wobei sich, wie richtig beobachtet wurde, das deutsche Mitgefühl mit den Tausenden Tsunami-Opfern durchaus in Grenzen hielt. Zu den Tartarenmeldungen zählt die Information, ganz Sendai sei zerstört worden oder jener amerikanische Sender, der die Diskothek „Nuclear Plant“ im Herzen Tokyos in eine Karte der japanischen AKWs aufnahm. Viel mehr waren die Medien hauptsächlich am apokalyptischen Ausmalen der „Tschernobyl Katastrophe“ interessiert. Auch die deutsche Botschaft in Tokyo, die, nachdem sie am Notfalltelefon zunächst zum Bleiben aufgefordert hatte und einige Tage später nach Osaka evakuiert wurde, bekommt in diesen Berichten für ihre Tipps, die Nachrichten in Rundfunk und Fernsehen zu verfolgen und der undifferenzierten Empfehlung Jodtabletten einzunehmen, keine besonders guten Noten. Auch beim Ausfliegen gab es keine Hilfe. Im Wesentlichen blieben diese jungen Leute in der Stunde der Not sich selbst überlassen, mussten sich angesichts der verqueren Nachrichtenlage, der Abwiegelung der japanischen Behörden und der Panikmache der deutschen und amerikanischen Medien selbst einen Reim machen und angemessen reagieren. Am spannendsten ist sicher der Bericht eines Pärchens, das in Matsushima an der Sanriku-Küste urlaubte. Man war gerade dabei, sich Schiffstickets am Hafen zu kaufen, als das Erdbeben gefolgt von der Tsunami-Warnung eintritt. ...
Wer in diesen Berichten am besten wegkommt, ist die japanische Bevölkerung. Es ist ganz unglaublich, wie hier unisono das hohe Lied auf die Disziplin, den Stoizismus, das Gemeinschaftserlebnis der zusammengewürfelten Notgemeinschaften und die spontane Hilfsbereitschaft der Japaner angestimmt wird. …
Erfreulich ist auch für den Leser zu erfahren, dass eine Generation, der oft nachgesagt wird, sie sei angesichts der Verführungen des Internets kaum noch des Lesens und Schreibens mächtig, doch eine sehr lesbare und stilistisch meist anspruchsvolle Prosa geliefert hat. Alles in allem: Ein sehr schönes und nachdenklich machendes Buch. “
Dr. Albrecht Rothacher (EU-Diplomat, Osteuropa- und Ostasienspezialist): Buchvorstellung II
Japan 2.0 - Eine Lesetour durch Social Media und andere Welten
197 Seiten
Hamburg: Buske, 2012
ISBN: 978-3-87548-625-4
Inhalt
„Wer sich für Japan interessiert und Japanisch lernt, möchte auch in der Lage sein, dort Internet und Social Web zu nutzen. Mehr noch als in Deutschland wird in Japan mithilfe des Internets gelernt, geforscht und vor allem kommuniziert, es wird gebloggt, gechattet und getwittert. Der dabei verwendete Sprachstil wird gewöhnlich an keiner Schule unterrichtet.
Das zweisprachige Textbuch ermöglicht nun den Einstieg in diesen Bereich der Kommunikation. Zu Themen wie der Erdbebenkatastrophe und den Reaktorunfall von Fukushima, Uni-Aufnahmeprüfung, Jugendarbeitslosigkeit, Partnersuche u.a.m. gibt es eine kurze informative Einleitung, gefolgt von einem Interview, der Wiedergabe eines Threads oder eines Blogs usw. Es werden nur Originaltexte aus dem Internet verwendet, sie vermitteln die im Netz und auf der Straße herrschende Umgangssprache. Anmerkungen geben Erläuterungen zur Grammatik oder vermitteln Hintergrundwissen.
Zusätzlich beinhaltet das Buch Zeitungsartikel zu unterhaltsamen Themen wie Mode, Manga oder Musik. Bei der Themenauswahl wurde insbesondere darauf geachtet, dass das Vokabular vielfältig ist und die Sätze nicht zu anspruchsvoll formuliert sind.“
Vorwort
„Briefe schreiben oder kurz mailen? Telefonieren oder lieber chatten, bloggen oder gleich twittern? Diese Fragen stellen sich Japaner kaum noch, sie nutzen vielmehr eifrig die offenen Kommunikationstechniken des Web 2.0. Bei Facebook und Konsorten ist nicht nur die jüngere Generation sozial komplett vernetzt. Über die sozialen Medien wird gelernt, geforscht und vor allem eifrig kommuniziert. Und das in einem Sprachstil, der gewöhnlich an keiner Hochschule unterrichtet wird.
Das vorliegende zweisprachige Buch bietet erstmals im deutschsprachigen Raum einen Einblick in das Japanisch des Web 2.0. Texte aus Chatrooms, Tweets, Blogs und anderen Internetveröffentlichungen handeln vom japanischen Alltag mit Jobsuche, Freizeitvergnügen oder auch dem Erdbeben vom März 2011. Dem Japanisch-Lernenden ermöglichen Original und parallel verlaufende Übersetzung eine selbstständige Erarbeitung dieser neuen Form der Kommunikation. Zahlreiche Erläuterungen erklären grammatikalische und inhaltliche Besonderheiten, umfangreiche Lesehilfen sorgen für einen ungebremsten Lesefluss. Der Leser erfährt hier einen virtuos-spielerischen Umgang mit dem Medium Japanisch, der nicht nur junge Lernende, sondern auch „alte Hasen" Japans fasziniert. Japan ist bereit für neue Kommunikationswege, ist Ihr Japanisch das auch?" (September 2012, Christine Liew)
Christine Liew
Geschichte Japans
176 Seiten
Stuttgart: Theiss, 2012
ISBN: 978-3-8062-2542-6
Kurzbeschreibung
Erdbeben, Tsunami und atomare Kernschmelze: Katastrophen haben Japan im vergangenen Jahr in den Blick der Öffentlichkeit gerückt. Doch was wissen wir über den Inselstaat?
In ihrem Buch nimmt Christine Liew den Leser mit auf eine Reise durch die japanische Geschichte. Dabei liefert sie einen anschaulichen Überblick über die historischen Entwicklungen, von der frühen Altsteinzeit über die Feudalzeit des späten Mittelalters bis hin in die Moderne. Kritisch analysiert sie darüber hinaus auch die gegenwärtige japanische Gesellschaft: Sie beschreibt die Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland, thematisiert die erfolgreiche Produktion von Unterhaltungselektronik und erläutert die heutigen Folgen der Tsunami-Katastrophe.
Wer siebenmal fällt, steht ein achtes Mal auf
»Da müssen wir durch.« Nach Erdbeben, Tsunami und Atomkatastrophe standen die Japaner 2011 inmitten ihrer zerborstenen Häuser und erzählten ruhig von dem anstehenden Neubeginn. Diese Gelassenheit traf im Westen auf Unverständnis. Warum scheinen Japaner so anders zu sein?
Wer die moderne Gesellschaft des Inselreichs verstehen will, muss sich mit ihrer Geschichte auseinandersetzen – dem Wechsel zwischen Stabilität und Umbruch, zwischen Isolation und Offenheit, aber auch mit den Folgen der zahllosen Naturkatastrophen, die das Land seit der Antike immer wieder heimsuchen.
Das Buch vermittelt dem Leser einen fundierten Abriss der Geschichte des Landes. Die Kenntnis über das historische Japan soll ihn zu einem verständigen Zeitzeugen unserer bewegten Gegenwart machen. Ein japanisches Sprichwort besagt: »Nana korobi, ya oki.« Wer siebenmal fällt, steht ein achtes Mal auf. Japans Geschichte wird weitergehen. (Christine Liew)
Inhalt
Japan - was ist das?
Vorwort
Frühgeschichte
Japaner, woher kommst du?
Jōmon-Periode (10 000 - 300 v. Chr.)
Yayoi-Periode (300 v. Chr. - 300 n. Chr.)
- Geheimnisvolle Himiko - Herrscherin über Yamatai
Altertum
Yamato (ca. 250 - 710 n. Chr.)
Nara (710 - 794)
- Buddhismus in Japan
Heian (794 - 1185)
- Literaten und Erfinder bei Hof
- Der alles entscheidende Schuss des Nasu na Yoichi
Mittelalter
Kamakura (1185 - 1333)
- Wer war die Frau hinter dem Shōgun?
Muromachi (1333-1568)
- Bühne frei für neues Theater
60 Sengoku-Ära und Azuchi Momoyama (1467-1603)
- Familienwappen
Frühe Neuzeit
Edo (1603-1868)
- Reiserouten quer durchs Land
- Bushidō – Die Wege des Kriegers
- Yoshiwara
- Dejima
Neuzeit
Meiji (1868 - 1912) 109 Reformen
Industrialisierung
Außenpolitik
- Deutsche in Japan
Taishō (1912 - 1926)
- Kantō-Erdbeben
Shōwa (1926 - 1989)
- Fliegen mit dem Götterwind-Kamikaze
147 Nachkriegsjahre (1945-1989)
- Olympiade 1964 158
Heisei (1989–heute)
- Ausländische Japaner
Barbara Schmitt-Englert
Deutsche in China 1920-1950: Alltagsleben und Veränderungen
667 Seiten
Großgossen: Ostasien Verlag, 2012
ISBN: 978-3-940527-50-9
Kurzbeschreibung
Für viele deutsche Ingenieure, Kaufleute oder Wissenschafter ist ein längerer Aufenthalt in der VR China in den letzten Jahrzehnten Bestandteil ihrer beruflichen Laufbahn geworden. Die wenigsten von ihnen wissen, dass bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Tausende junger Deutscher nach China aufbrachen, wo sie einen Teil ihrer beruflichen Karriere absolvierten. Für viele von ihnen wurde China zur zweiten Heimat. Dieses Buch beschreibt den Alltag von Deutschen, die zwischen 1920 und 1950 in China, vor allem in Beijing, Tianjin und Shanghai, lebten.
Aus dem Vorwort
„Die Bundesrepublik Deutschland nahm im Jahre 1972 diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik China auf, nachdem sie während des zweiten Weltkrieges abgebrochen waren. 1973 sandte sie die ersten Studenten nach Beijing zum Studium, 1976 nahmen die ersten chinesischen Studenten ihr Studium an der Universität Heidelberg auf. Dies mündete 1979 schließlich in das erste Kulturabkommen der beiden Staaten.
Deutsche Unternehmen hatten in diesen Jahren keine permanent besetzten Repräsentanzen in der VR China. Für den Außenhandel gab es bis in die Mitte der 1970er Jahre eigentlich nur die Frühjahrs- und Herbstmesse in Guangzhou sowie das 1952 gegründete China Council for the Promotion of International Trade (CCPIT). Im Herbst 1975 fand die erste deutsche Industrieausstellung in Beijing statt, die noch keine spürbare Verbesserung des Handels nach sich zog. Eine vorsichtige Öffnung Chinas begann erst nach 1978 mit der von Deng Xiaoping eingeleiteten Reform der Wirtschaftspolitik, die in der chinesischen Öffentlichkeit gleichwohl von einer durchaus kontrovers geführten Diskussion über Art und Umfang der Öffnung begleitet wurde.
Seit der Jahrtausendwende ist Deutschland der wichtigste europäische Handelspartner und größter Investor in China. Diese Entwicklung hat zur Folge, dass die Zahl der deutschen Staatsbürger, die in China studieren oder arbeiten, stetig wächst. Aus diesem Grund entstanden nach und nach deutsche Gemeinden in den Großstädten der VR China, eine Schule wurde in Beijing 1978 gegründet, die mittlerweile bis zur Hochschulreife führt, eine weitere folgte 1995 in Shanghai. 1999 entstand eine deutsche Industrie- und Handelskammer in Beijing, Shanghai und Guangzhou, die über den engeren Zuständigkeitsbereich für Fragen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit auch eine wichtige kulturpolitische Funktion im Hinblick auf die deutschen Gemeinden wahrnimmt. Und in dem Maße, in dem sich deutsche Gemeinden in China bildeten und entwickelten, folgten ihnen die einschlägigen Dienstleistungsunternehmen: Bäckereien, Metzgereien, Restaurants, juristische, medizinische, logistische und religiöse Angebote. Seit 1994 existiert wieder eine evangelisch-lutherische Gemeinde in Beijing mit einer Filiale in Shanghai, die aber inzwischen eine eigenständige ökumenische Gemeinde ist.5 Eine katholische Gemeinde gibt es, mit Blick auf die Spannungen zwischen der Zentralregierung und dem Vatikan, noch nicht, gleichwohl gibt es regelmäßige Gottesdienste – im Dezember 2006 verunglückte ein junger deutscher Austauschstudent in Beijing tödlich unter nicht zweifelsfrei geklärten Umständen, die in die katholische Untergrundkirche Beijings weisen.
Doch gehört dieser Fall eher zu den Ausnahmen; in den meisten ausländischen Gemeinden, so auch der deutschen, verläuft der Alltag eher harmonisch, es gibt Stammtische, Bälle, Wohltätigkeitsveranstaltungen und vieles mehr. Seit 2006 gibt es wieder Rotary Clubs in Beijing und Shanghai; sie waren schon einmal gegründet worden, nämlich 1919, und hörten mit der Gründung der VR China auf zu existieren. Einer der Neubegründer des Rotary Clubs Beijing, Michael J. Furst, steht sozusagen stellvertretend für den Neuanfang und die unterbrochene Tradition; die Eltern des US-Bürgers waren in den 1930er Jahren als politische oder ethnische Flüchtlinge aus Deutschland nach Shanghai gekommen.“ (Barbara Schmitt-Englert)
„Der Namensindex zu diesem Buch führt – geschätzt – mehr als tausend Personen auf, überwiegend die von sogenannten Chinadeutschen. Vierzig von den insgesamt 667 Seiten umfaßt allein die Bibliographie, aber sie zeigt längst nicht alles Material das in dieses gewichtige Buch eingegangen ist: „Deutsche in China 1920-1950. Alltagsleben und Veränderungen“, von Barbara Schmitt-Englert.
In ihrem Vorwort geht B. Schmitt-Englert ausführlich auf ihre Quellen ein. Von diesen sind unveröffentlichte autobiographische Aufzeichnungen und Interviews mit Zeitzeugen eine wichtige Quellengattung, vor allem 71 Interviews, die der Chinakenner Fritz van Briessen (1906-1987) in seinen letzten Lebensjahren aufgenommen hatte und die Schmitt-Englert durch 44 in den 1990er Jahren geführte Interviews ergänzte. Derlei ist für Historiker eine überaus problematische Quellengattung, aber über die bei ihrer Auswertung gebotene Vorsicht verfügt die Autorin, und der lange Zeitraum der Materialsammlung und dann des Schreibens dieses Buches erweist zusätzlich, daß Nachdenklichkeiten in dieses eingegangen sind. ...“
Weiterlesen auf der Website des Hamburger Sinologie-Professors Hans Stumpfeldt: „Ein China-Schmöker zu einem historischen Detail“
Johannes Barth (*1891, †1981) veröffentlichte seine Autobiographie unter dem Titel Als deutscher Kaufmann in Fernost. Darin ist vor allem das Kapitel über die Verteidigung von Qingdao und die Gefangenschaft der deutschen Verteidiger in Internierungslager in Japan für die untersuchte Thematik von Bedeutung.
Otto Braun (*1901, †1974), der 1932 nach China gekommen und einziger ausländischer Teilnehmer des legendären „Langen Marsches“ 1934–1935 war, gehörte bereits in den 1920er Jahren zu den Aktiven der KPD. In seinem Buch Chinesische Aufzeichnungen schildert er sein gefährliches Leben als Abgesandter der Komintern in China.
Hugo Burkhard (*1899, †1971), der zwischen 1933 und 1940 die Konzentrationslager Dachau und Buchenwald durchlitten hatte und 1940 nach Shanghai geflohen war, erzählt in Tanz mal Jude! seine Lebensgeschichte von 1933 bis zu seiner Ausreise aus China im Jahr 1948 in die USA.
Ce Shaozhen (*1914, †1995), vielen Beijing-Deutschen unter dem Namen Georg Palta bekannt, stammt aus einer fürstlich-mongolischen Familie. Er ging auf europäische Schulen, unter anderem in Deutschland. In seinem Büchlein Flaneur im alten Peking beschreibt er sein Leben im Widerstreit zwischen mongolischer und chinesischer Tradition, zwischen westlichen Einflüssen und kommunistischer Umerziehung.
Ernst Cordes (*1903, †1983), Schwager von Paul Wilm, beschreibt in seinem Buch Peking – der leere Thron die Stadt Beijing, seine Erlebnisse in dieser Stadt sowie das Leben der Ausländer und Einheimischen in ihren jeweiligen Stadtvierteln und den gegenseitigen Umgang miteinander.
Eleanor von Erdberg, verwitwete Consten (*1907, †2002), unterrichtete an der amerikanischen Yenching University und der Beijing Daxue (Peking University) und schrieb gelegentlich Artikel für die Monatszeitschrift The XXth Century, die 1941 von Klaus Mehnert in Shanghai ins Leben gerufen worden war. In ihrem Buch Der strapazierte Schutzengel schildert sie ihr Leben.
Otto Franke (*1863, †1946) nannte seine Lebensgeschichte Erinnerungen aus zwei Welten. Er war von 1888 bis 1901 als Dolmetscher in Beijing, Tianjin, Shanghai und Xiamen tätig und kehrte anschließend nach Deutschland zurück, wo er 1910 den Lehrstuhl für Sinologie in Hamburg übernahm. Er wechselte 1923 nach Berlin.
Wolfgang Franke (*1912, †2007), Sohn von Otto Franke, kam 1937 als Mitarbeiter des Deutschland-Instituts nach Beijing. Nach dem Krieg hielt er sich 1946–1948 in Chengdu (Sichuan), der Heimat seiner Ehefrau, auf. Über den Abschnitt seines Lebens, den er zwischen 1937 und 1948 in China verbracht hat, berichtet er im ersten Band seiner Autobiographie unter dem Titel Im Banne Chinas. 1950 kehrte er schließlich nach Deutschland zurück.
Irmgard Grimm (*1896, †1997) schildert in ihren Memoiren Aus meinem bunten Leben unter anderem ihr Leben in Beijing und Tianjin mit all seinen Unterschieden. Sie war mit ihrem Ehemann, Reiner Grimm (*1868, †1968), der als HNO- und Augenarzt praktizierte, 1923 nach Beijing gekommen. Die mit der Umsiedelung der Familie nach Tianjin im Jahr 1930 verbundenen Umstellungen fielen ihr, aber ihrem Sohn Tilemann sehr schwer. 1936 verließen sie und ihr Mann China endgültig.
Ernest G. Heppner (*1921, †2004) beschreibt in Fluchtort Shanghai seinen Weg als jüdischer Flüchtling aus dem nationalsozialistischen Deutschland nach Shanghai, wo er mit seiner Mutter 1939 eintraf. Seinem Vater und seiner Schwester gelang die Flucht nicht mehr, sie wurden in Vernichtungslagern ermordet. In dem Buch schildert er seinen Alltag und den anderer jüdischer Emigranten in Shanghai.
Rena Krasno (*1923 in Shanghai) wuchs in einer russisch-jüdischen Familie in Shanghai auf und führte von 1942 an Tagebuch. Auf dieser Grundlage veröffentlichte sie eine Rückblende auf das Leben ihrer Familie in Form von Tagebuchaufzeichnungen unter dem Titel Strangers Always.
Emily Lehmann (*1912, †?) reiste 1936 als Missionarin der Berliner Missionsgesellschaft nach Südchina, später war sie in Beijing tätig. In ihren Erinnerungen Scheitern, um zu begreifen beschrieb sie die Zeit, die sie bis 1949 in China verbrachte, ihr Leben sowie die sozialen und politischen Verhältnisse, die damals dort herrschten.
Fritz Maass (*1910, †2005) war im Februar 1940 als protestantischer Pastor nach Shanghai gekommen, nachdem er zuvor Seelsorger in Jerusalem gewesen war. Seine spätere Frau, Elisabeth Raamsdonk-Maass (*1909 [an anderer Stelle: 1908], † 2004), lernte er in Shanghai kennen, wo sie in der evangelischen Kirchengemeinde aktiv war. Schon bald nach seiner Ankunft erregte er den Unmut konservativer Gemeindemitglieder und vor allem der NSDAP. Seine kritische Haltung dem Nationalsozialismus gegenüber, ebenso wie seine ungewohnt tolerante Amtsführung, stieß bei einer Reihe von Gemeindemitgliedern auf Unverständnis. Pastor Maass hatte sich nach Februar 1943, trotz massiven Drucks der Partei, nicht daran hindern lassen, Gottesdienste im jüdischen Getto abzuhalten und dort Besuche zu machen. Er ließ sowohl in passiver Form, das heißt durch bewusste Auslassungen, als auch in aktiver Form in Predigten und Aufsätzen keinen Zweifel an seiner kritischen Haltung dem Nationalsozialismus gegenüber aufkommen. Aus diesen Gründen wurde er im August 1944, kurz vor Martin Fischer, der großes Verständnis für die Haltung des Pastors gezeigt hatte, ebenfalls aus seinem Amt entlassen. Nach dem Krieg wurde er wieder in sein Seelsorgeramt eingesetzt und kehrte 1947 nach Deutschland zurück. Die Umstände, die nach Shanghai führten, sowie die Lebenserfahrungen, die er dann dort machte, beschrieb er in seinem Buch Von Jerusalem nach Shanghai. Eine Fülle religionsphilosophischer und politischer Betrachtungen ergänzt den autobiographischen Rückblick dieses Theologen.
Klaus Mehnert (*1906 in Moskau, †1984) hielt sich als Student 1929 auf der Rückreise aus den USA erstmals zwei Monate lang in China auf. Als Journalist besuchte er das Land 1936 ein zweites Mal und hielt sich während des Krieges von 1941 bis 1946 ununterbrochen in China auf, wo er im Auftrag des deutschen Auswärtigen Amtes in Shanghai die kulturell ausgerichtete Monatszeitschrift The Twentieth Century gründete, die finanziell vom Propagandaministerium unterstützt wurde und dem entsprechend von nationalsozialistischer Propaganda geprägt war. Daneben war er als Dozent für Geschichte und Politikwissenschaft an der deutschen Medizinischen Akademie und der St. John’s University in Shanghai tätig. In Ein Deutscher in der Welt beschreibt er sein bewegtes Leben, das ihn in viele Länder geführt hat.
Isabelle Zimmermann Maynard (*1929 in Tianjin, †2007) schilderte in ihrer autobiographischen Rückblende China Dreams ihren Lebenslauf innerhalb einer russisch-jüdischen Familie, inmitten einer gemischten ausländischen Gesellschaft in China, zwischen 1929 und ihrer Ausreise in die USA 1948.
Ernst Günther Mohr (*1904, †1991) kam 1932 als junger Attaché zuerst an das Generalkonsulat Shanghai und wurde dann an die Gesandtschaft nach Beijing versetzt. In seinem Buch Die unterschlagenen Jahre schildert er in einem autobiographischen Rückblick auch seine Dienstzeit und die Lebensumstände in China.
Elisabeth Maria Rein (*1897, †?), die in Russland geboren wurde und in Deutschland gelebt hatte, erzählt in ihrem 1941 veröffentlichten Buch Das Schmetterlingshaus aus ihren Erinnerungen an die Zeit im China der 1920er Jahre. Sie hatte sich innerhalb weniger Minuten entschieden, ihren Chef als Sekretärin nach China zu begleiten, und reiste zwei Tage später ab. Auch nach Jahren in China hat sie, wie sie schreibt, ihren Entschluss nie bereut.
Wolf Schenke (*1914, †1989) hielt sich zwischen 1937 und 1947 als Journalist in China auf. Im sogenannten „Shanghai-Prozess“ wurde er von der Anklage, ein Kriegsverbrecher zu sein, freigesprochen, doch gilt als erwiesen, dass er für den Geheimdienst tätig war. 1935 war er zunächst mit einem Langemarck-Stipendium nach China gekommen und reiste 1936 nach Deutschland, kehrte aber bereits 1937 wieder nach China zurück, wo er offiziell für das Deutsche Nachrichtenbüro tätig war. In seiner autobiographischen Retrospektive China im Sturm beschreibt er China im Wechselspiel von in- und ausländischer Politik und die Zeit, die er dort verbrachte.
Eva Siao (*1911, †2001 in Beijing), eine Fotografin und Journalistin, entstammte einer jüdischen Familie aus Breslau und flüchtete aus dem nationalsozialistischen Deutschland über Schweden in die Sowjetunion, wo sie Emi Siao kennen lernte und 1934 heiratete. 1940 folgte sie ihm nach China, ging mit ihren beiden Söhnen 1943 nach Kasachstan, um 1949 wieder nach China und zu ihrem Mann zurückzukehren. Beide saßen während der Kulturrevolution im Gefängnis. Ihr Leben, das sie überwiegend in China verbracht hat, schildert sie in dem Buch China – mein Traum, mein Leben.
Max Springweiler (*1906, †1994) kam 1931 als Bordmonteur und -funker über die Deutsche Lufthansa zur deutsch-chinesischen Eurasia Aviation Corporation nach China, um beim Aufbau der EURASIA Fluglinie zu helfen. China wurde zu seiner zweiten Heimat. Seine Frau Ruth heiratete er in Hongkong, beide Töchter wurden in China geboren. 1941–1945 war er an der Deutschen Botschaft im Nachrichtendienst beschäftigt. Von 1946 bis 1949 war er als Pilot bei der Lutheran World Federation angestellt. Er gehörte zu den letzten Flugteams, die westliche Ausländer, darunter viele Missionare, 1949 aus dem Landesinneren evakuierten. In dem Buch Flugpionier in China beschreibt er sein abenteuerliches berufliches und privates Leben in China.
Erwin Wickert (*1915, †2008), wurde 1940 vom Auswärtigen Amt als Rundfunkattaché nach Shanghai geschickt, wo er den deutschen Sender (XGRS) leiten und aufbauen sollte. Differenzen über die Ausgestaltung des Programms, vor allem mit dem damaligen Landesgruppenleiter der NSDAP, Siegfried Lahrmann, führten schließlich zu seiner Versetzung nach Tokio. In dem Buch Mut und Übermut berichtet er über sein Leben, seine Familie und die politischen Verhältnisse jener Zeit. Er war 1976–1980 der erste deutsche Botschafter in der Volksrepublik China. Nach seiner Pensionierung setzte er John Rabe (*1882, †1950) einen Gedenkstein, für dessen Verdienste um die Rettung vieler Chinesen in Nanjing während der Besetzung durch japanische Truppen – honi soit qui mal y pense.
Otto Wiesinger (*1885, †1956) schildert in seinem Büchlein Als Kriegsfreiwilliger in Tsingtau seine Erlebnisse während der Verteidigung der Stadt Qingdao im Jahre 1914. Zwar liegt der erste Weltkrieg vor dem hier untersuchten Zeitraum, doch eignet sich dieses Buch sehr gut, um Selbstverständnis und Zeitgeist vor und nach dem verlorenen Krieg einander gegenüber stellen zu können.
VORWORT
Zum Stand der wissenschaftlichen Forschung
Veröffentlichte autobiographische Aufzeichnungen
Unveröffentlichte autobiographische Aufzeichnungen
Die Interviews von Fritz van Briessen
Eigene Interviews
1. EINLEITUNG
1.1. Deutsch-chinesische wirtschaftliche Beziehungen 1840-1920
1.2. Chits, Compradores, Shroffs und andere sprachliche Besonderheiten
2. SHANGHAI
2.1. Geographie
2.2. Historische Voraussetzungen Für die Entwicklung Shanghais
2.2.1. Voraussetzungen für die Entwicklung des Handels
2.2.2. Die ersten deutschen Firmen in Shanghai
2.2.2.1 Verkehrsmittel
2.2.2.2 Racecourse und Recreation Ground
2.2.3 Anfänge einer deutschen Kirche und Schule
2.2.4 Erste Gründung einer deutschen Gemeinde
2.2.5 Entstehung einer deutschen Hochschule
2.3. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges
2.3,1. Unternehmen
2.3.2 Die politischen Veränderungen nach dem Ersten Weltkrieg
2.4. Die Phase des Wiederaufbaus (1920-1933)
2.4.1. Unternehmen
2.4.1.1 Deutsch-Asiatische Bank
2.4.2. Schule und Alltag
2.4.3. Die Neugründung der Tongji-Universität
2.4.4 Shanghai als Ausgangspunkt innenpolitischer Veränderungen und deren Einfluss auf die internationale Gemeinschaft
2.4.5. Intensivierung deutsch-chinesischer wirtschaftlicher Verbindungen
2.4.6 Die Entdeckung der Bildung als wirtschaftliches und politisches Potential
2.4.7 Der zunehmende Einfluss Japans
2.4.8. Außenseiter der ausländischen Gesellschaft
2.5. Von 1933 bis zum chinesisch-japanischen Krieg 1937
2.5.1. Unternehmen
2.5.2. Schule und Alltag
2.5.3 Die deutsche Gemeinde nach der Machtergreifung Hitlers
2.5.4 Deutschland zwischen Japan und China
2.6. Von 1937 bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges in Europa
2.6.1 Unternehmen
2.6.2. Alltag
2.6.3 Außenseiter in der ausländischen Gemeinde
2.6.4. Schule
2.6.5. Politik
2.6.6 Beginn ‚jüdischer" Immigration
2.7. Kriegsbeginn in Europa bis Pearl Harbor
2.7.1 Unternehmungen, Unternehmen und Persönlichkeiten
2.7.2. Politik und Alltag
2.7.3. Schule
2.7.4 Japanische Interventionsversuche im International Settlement
2.7.5. Intensivierung nationalsozialistischer Intervention
2.7.6 Außenseiter in der ausländischen Gemeinde
2.8. Vom Pazifischen Krieg bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges
2.8.1 Unternehmen und wirtschaftliche Umbrüche
2.8.2 Alltag und Schule
2.8.3 Wechselwirkungen
2.8.4. Antifaschistische Aktivitäten
2.8.5 Ende des Krieges in Europa und Asien
2.9. Vom Kriegsende bis zur Gründung der Volksrepublik China
2.9.1. Auswirkungen der Kapitulation auf das Alltagsleben
2.9.2. Shanghai-Prozess und Repatriierung
2.9.3 Einschränkung lind Auflösung des Schulbetriebes
2.9.4 Alltag und Aufbruch unter kommunistischer Administration
2.10. Emigrationsort Shanghai
3. TIANJIN
3.1. Geographie
3.2. Historische Voraussetzungen
3.2.1. Politische und wirtschaftliche Einflüsse
3.2.2 Entstehung einer deutschen Schule
3.3. Nach Ende des ersten Weltkrieges
3.3.1. Alltag
3.3.2. Deutsche Schule
3.3.3. Politische und wirtschaftliche Einflüsse
3.4. Die Phase des Wiederaufbaus (1920-1933)
3.4.1 Unternehmen
3.4.2. Alltag
3.4.3. Deutsche Schule
3.4.4 Das Deutsch-Amerikanische Hospital
3.5. Vorabend des chinesisch-japanischen Krieges (1933-1937)
3.5.1. Entwicklung der Lebenshaltungskosten
3.5.2 Deutsche Schule
3.6. Von 1937 bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges in Europa
3.6.1 Unternehmen
3.6.2 Ausweitung der wirtschaftlichen und politischen Einflussnahme Japans
3.6.3. Alltag
3.6.4 Deutsche Schule
3.7. Kriegsbeginn in Europa bis Pearl Harbor
3.7.1 Unternehmen
3.7.2. Alltag
3.8. Von Pearl Harbor bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges
3.8.1. Alltag
3.8.2 Deutsche Schule
3.9. Vom Kriegsende bis zur Gründung der Volksrepublik China
4. BEIJING
4.1. Geographie
4.2. Historische Voraussetzungen
4.2.1. Entstehung einer deutschen Schule
4.3. Nach Ende des Ersten Weltkrieges
4.4. Die Phase des Wiederaufbaus (1920-1933)
4.4.1 Unternehmen
4.4.2 Das deutsche Hospital
4.4.3 EURASIA
4.4.4 Kulturelle Verbindungen
4.4.5 Das besondere Kolorit
4.4.6 Deutsche Schule
4.4.7 Politik
4.5. Vorabend des chinesisch-japanischen Krieges (1933-1937)
4.5.1. Politik
4.5.2 Auswirkungen des zunehmenden japanischen Einflusses
4.5.3. Alltag
4.5.4 Deutsche Schule
4.6. Von 1937 bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges in Europa
4.6.1. Alltag
4.6.2 Deutsche Schule
4.6.3. Politische Einflüsse
4.7. Kriegsbeginn in Europa bis Pearl Harbor
4.7.1. Politik
4.7.2. Alltag
4.7.3. Deutsche Schule
4.8. Vom Pazifischen Krieg bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges
4.8.1. Deutsche Schule
4.8.2 Auswirkungen des Krieges
4.9. Vom Kriegsende bis zur Gründung der Volksrepublik China
5. ZUSAMMENFASSUNG
6. ANHANG
6.1. Shanghai
6.1.1. Tongji-Universität
6.1.2 Finanzen der Kaiser-Wilhelm-Schule zu Shanghai
6.1.3. Kaiser-Wilhelm-Schule zu Schanghai
6.14 Emigranten 1934
6,1.5 Beamtenbezüge 1943
6,1.6 Währung
6.1.7. Lebenshaltung
6.1.8. Index-Zahlen der Lebenshaltungskosten (1937)
6.2. Tianjin
6.2.1. Einfuhrwerte einzelner Warengruppen für die Jahre 1937 und 1938
6.2.2. Deutsche Schule Tientsin
6.2.3. Offizielle Listen über die Entwicklung der Lebenshaltungskosten
6.2.4 Mitgliedernen der Deutschen Handelskammer
6.2.5. Gehalts- und Preisentwicklung 1944-1949 am Beispiel Alfred Tritthart
6.3. Beijing
6,3.1. Vorschüsse an Beamte der Gesandtschaft in Beijing 1922
6.3.2 Deutsche Schule Peking
6.3.3 Aufschlüsselung der Anzahl der Deutschen in China
6.3.4 Reglement über die Organisation des chinesischen Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten (1927)
6.3.5. Lebenshaltung
6,3.6 Dokumente im Zusammenhang mit der Gründung der Deutschen Gemeinde Peiping (1935)
6.3.7 Antwortschreiben von Vincenz Hundhausen (betr. Deutsche Gemeinde)
6.3.8 Runderlasse des Auswärtigen Amtes (1933)
6.3.9 Bestimmungen und Antragsformular für Travel Permits
6.3.10. Die chinesische Währung
Siegfried Englert
Quanzhou - Versuch einer Annäherung
Annweiler: Plöger Medien, 2012
280 Seiten
ISBN: 978-3-89857-269-9
Kurzbeschreibung
Quanzhou an der Südostküste der Volksrepublik China und seit 1995 Partnerstadt von Neustadt an der Weinstraße gehörte im 13. und 14. Jahrhundert zu den größten Häfen der Welt und stiftete dem globalen Wortschatz der Menschheit die Worte Tee, Dschunke und Ketchup.
Rezension
„Partnerstadt von Neustadt an der Weinstraße ist seit 1995 die südchinesische Hafenstadt Quanzhou. Mit Kultur und Geschichte dieser rund 10.000 Kilometer entfernten Stadt beschäftigt sich der Sinologe Siegfried Englert, Mitbegründer des Ostasieninstituts in Ludwigshafen und ehemaliger Staatssekretär in Mainz. Sein Buch ‚Quanzhou - Versuch einer Annäherung‘ bietet eine Fülle historischer Fakten.
Englert war es auch, der 1995 die Partnerschaft mit Quanzhou auf den Weg brachte. In der Folge kam es auch zu einer intensiven Zusammenarbeit zwischen Neustadt und dem Ludwigshafener Ostasieninstitut, dem Neustadt auch die umfangreiche Ostasiatika-Sammlung des 1878 in Neustadt geborenen Südostasienkaufmanns Emil Helfferich als Dauerleihgabe überließ.
Obwohl sich im Zeitalter der Globalisierung die Kommunikations- und Handelswege verkürzt haben, ist die Annäherung so unterschiedlicher Kulturen wie der chinesischen und der deutschen nach wie vorschwierig. Daher versucht Englert, als Sinologe ein profunder Kenner, diesen Prozess des Verstehens zu erleichtern. Mit persönlichen Einschüben und Bezügen zur europäischen Geschichte bietet sein Buch, das er nicht als Reiseführer versteht und das keine eigene Forschungsarbeit, sondern eine ‚Zusammenführung von Forschungsergebnissen‘ sei, einen Einblick in die wechselvolle Vergangenheit und Kultur der Stadt und auch Chinas. Leider trüben zahlreiche Druckfehler das Lese-Erlebnis.
Zeichnungen des in Quanzhou lebenden Malers Peng Chuanfang illustrieren das Buch. Es finden sich Schwarz-Weiß-Zeichnungen von Wahrzeichen Quanzhous wie dem Kaiyuan-Tempel aus dem achten Jahrhundert, dem Linzhang-Stadttor (16. Jahrhundert), den Inschriften am Jiuri-Berg und der Qingjing-Moschee aus dem elften Jahrhundert. Bereits diese Zeichnungen lassen erkennen, dass die beiden Partnerstädte kaum unterschiedlicher sein könnten. Hier Neustadt mit 53.000 Einwohnern eher überschaubar, dort die acht Millionen Menschen zählende Hafenstadt nahe der Mündung des Min-Flusses …“ (Gerhild Wissmann in der Rheinpfalz vom 4. August 2012)
Vorwort
Kapitel 1: Das Abendland und China bis zum Ende des 14. Jahrhunderts
Kapitel 2: China und das Abendland bis zum 17. Jahrhundert
Kapitel 3: China im Zeitalter des Imperialismus
Verzeichnis der benutzten Literatur
Index der Ortsnamen
Index der Personennamen
Jörg-M. Rudolph und Thomas Heberer
China - Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Zwei alternative Sichten
297 Seiten
Wiesbaden: Hessische Landeszentrale für politische Bildung, 2010
ISBN: 978-3-927-127-87-3
Kurzbeschreibung
„Einerseits ist China das große unbekannte Land voller Widersprüche. Andererseits glaubt fast jeder, das Wichtigste über das Land zu wissen. Mit den beiden Autoren haben sich zwei Kenner des Landes zusammengetan, um ihre unterschiedlichen Sichten auf das riesige chinesische Reich darzustellen. Beide haben lange dort gelebt und geforscht, beide sind der Sprache mächtig. Dass die Autoren nicht immer einer Meinung sind, stört nicht, sondern ist ein ausgesprochener Gewinn. Der Leser ist gefordert, sich eine eigene Meinung zu bilden.
Der Blick auf Chinas Politik in Vergangenheit und Gegenwart, auf die aufstrebende Wirtschaft und eine Gesellschaft im Umbruch ist ebenso ungewöhnlich wie erhellend." (Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung)
China polarisiert.
„Es ist das Verdienst der Hessischen Landeszentrale für Politische Bildung zu versuchen, über das Riesenreich aufzuklären. Zwei namhafte Autoren, die das Land hervorragend kennen, seine Sprache sprechen, dort lange gelebt und gearbeitet haben, es immer wieder bereisen, kommen in diesem Buch zu Wort.
Die Grundidee ist ungewöhnlich. Jörg-M. Rudolph, ehemaliger Präsident der Deutschen Handelskammer in China und nun Dozent am Ostasieninstitut der Fachhochschule Ludwigshafen und Thomas Heberer, Professor für Politik Ostasiens an der Universität Duisburg-Essen, liefern einen eindrucksvollen Einblick in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
Das tun sie aus verschiedenen Blickwinkeln, und das macht dieses Buch spannend. Heberer ist der optimistischere Beobachter, Rudolph der kritischere. Die Leser müssen ihre eigenen Schlüsse ziehen.
Heberer ist davon überzeugt, dass sich die Volksrepublik in den letzten drei Jahrzehnten grundsätzlich geändert hat: China sei ein „lernender Entwicklungsstaat", der peu à peu seine Fehler korrigiert, schreibt er und lobt die „erstaunlichen Wandlungsprozesse" in China von einem „totalitärem zu einem autoritären Staatswesen". Die Kommunistische Partei sei von einer „Klassenpartei" zu einer „Volkspartei" geworden.
Dabei gibt er zu bedenken, dass ein Land so groß und so schwierig wie China, eines mit „derart zentrifugalen und disparaten Tendenzen … nur sehr schwer zu regieren, zu kkontrolliereen und zu führen“ sei.
Beispiele dafür sind die Unruhen in den autonomen Regionen Tibet (2008) und Xinjiang (2009), die China erschütterten. Heberer schildert ausführlich die Geschichte und oh im- die Hintergründe des Geschehens auf dem Dach der Welt. Er beleuchtet zudem Pekings Außenpolitik, etwa sein starkes Engagement in Afrika. Rudolph ist provokanter, schärfer: Er sieht in der KP, die in China alle Zügel in der Hand hält, einen mafiösen „Geheimbund", dessen Funktionäre nur ihre „Beute" im Sinn haben.
Auch er blickt zurück in die Vergangenheit Chinas. Flott spricht er dabei von einer „Mustopf-Kultur": China sei so lange rückständig gewesen, weil es sich konsequent philosophischen und technischen Neuerungen verwehrt habe.
Eigentlich, behauptet Rudolph, sei Chinas Gesellschaft immer noch „vormodern", konfuzianisch, gar „autistisch" - ein Land, dessen „heutige Elite wie ihre Vorgänger aufgeklärtes Denken und Handeln als Gefährdung ihrer absolutistischen Macht ablehnt" und dessen Bürger „Untertanen und als solche Freiwild für die Schikanen der Mächtigen" sind.
„Wie lange kann das in China noch gut gehen, wann explodiert es?" Diese Frage stellen sich Geschäftsleute, Politiker, Journalisten und Wissenschaftler immer wieder.“
(Andreas Lorenz, Korrespondent für den Spiegel seit 1999 in Peking)
Andreas Lorenz
Vorwort
Thomas Heberer
Die Modernisierung Chinas: Analyse eines komplexen Prozesses
China - Wandel und Vielfalt
I. Innere Entwicklung
Partei + Staat = Entwicklungsstaat?
Staat und Gesellschaft - getrennte Welten?
Umwelt und Umweltpolitik: Gibt es einen Ausweg aus der Katastrophe?
Welche Rechte haben Chinesen?
Soziale Konflikte und gesellschaftliche Protestformen
Nationalitätenprobleme in China
Rein wirtschaftlicher oder auch politischer Wandel?
II. China und die Welt
China in der internationalen Politik
Die chinesische Wirtschaft und ihre Rolle in der Welt
III. Zusammenfassung und Ausblick
Stabile Demokratie erfordert Voraussetzungen
Jörg-M. Rudolph
Charakteristika der chinesischen Autokratie
1. Partei und Staat: China - Beute eines Geheimbundes
2. Staat und Gesellschaft: Chinesische 酱缸文化 Mustopfkultur gegen europäische Aufklärung
3. Welche Rechte haben Chinesen? Der Weg aus der chinesischen Autokratie ist noch lang - sehr lang
4. Soziale Konflikte: Die Systemfrage ist schnell gestellt, das macht sie heikel
5. Die chinesische Wirtschaft und ihre Rolle in der Welt: Kapitalismus mit chinesischen Charakteristika
6. Umwelt und Umweltpolitik: Im gegebenen System ist weder die chinesische noch die globale Umwelt zu retten
7. Ethnien in China: Das Kolonialreich der 君子 Edlen
8. Gibt es politischen Wandel? Modernisierung ohne Aufklärung
9. China in der internationalen Politik: Nichts bleibt, wie es war und noch immer ist
10. Abschließende Betrachtung Es braut sich einiges zusammen für die europäische Welt
Christine Liew
Japan: Unterwegs in einem Land zwischen Tradition und Innovation
510 Seiten
Trescher Verlag, 2010
ISBN-13: 978-3897941618
Vorwort
„Seit den Zeiten Marco Polos spukt Japan in den Köpfen der Europäer. Bevor die ersten Weltenbummler des Mittelalters das Inselreich tatsächlich erreichten, hatte man im mystischen Zipangu sagenhaften Reichtum und ein eigenwilliges Volk vermutet. Den eigenwilligen Charakter hat sich Japan bis ins zweite Millenn ium bewahren können. Die einen sehen in dem Land die Heimat von Geisha, Samurai und Zen-Philosophie. Die anderen bewundern Wirtschaftsdynamik und bunte Jugendkultur. Kritiker bemängeln zu viel Westen in einem asiatischen Land und vermissen das typisch Asiatische in Asiens östlicher Außenstelle. Das Schöne daran ist: Sie alle haben recht! Japan liebt seine Vergangenheit und bewahrt sie in Architektur, Kunsthandwerk und Brauchtum. Gleichzeitig verschließt es seine Augen nicht vor der Zukunft und heißt Innovationen und Weiterentwicklungen jederzeit willkommen. Seine kulturellen Wurzeln ruhen im asiatischen Kontinent, die Äste reichen bis in den Westen, und seine Früchte sind typisch japanisch. Diese Melange aus Alt und Neu, West und Ost sorgt für äußerst abwechslungsreiche Reisemöglichkeiten.
Reisende sollten sich nicht auf den so genannten Kimono-Trail zwischen Tōkyō, Kyōto und Nara beschränken. So bieten die nördlichen Regionen Tōhoku und Hokkaidō ebenso lohnenswerte Ziele. Hier befand sich einst die Heimat der Ainu, des Urvolks Japans mit seiner ausgeprägten Stammeskultur. Hokkaidö wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts von Japan besiedelt, noch heute umgibt die Insel am Eismeer ein Hauch Pioniergeist. Die Region Tōhoku als Reiskaminer Japans gilt als Bewahrerin von Tradition und Brauchtum. Schreinfeste werden hier mit besonders viel Freude und Einsatz gefeiert.
Die Region Chūbu nördlich von Nagōya umspannt die Japanischen Alpen und galt lange Zeit wie ihre Nachbarregion Chūgoku als schwer zugänglich. Viele kleinere Städte überstanden die Jahrhunderte wie in einer Zeitkapsel und sind heute begehrte Ausflugsziele inmitten imposanter Natur.
Shikoku als kleinste der vier Hauptinseln bietet der Seele Erholung, ein über 1200 Kilometer langer Pilgerweg zieht längst nicht nur fromme Buddhisten an. Die südlichste Hauptinsel Kyūshū ist vor allem für Geschichtsfans ein Muss. Schon in der Frühzeit diente die Region als Brücke zum Festland, Händler aus aller Herren Länder ließen sich in den Hafenstädten nieder. Für Europäer besonders faszinierend sind die ersten westlichen Handelsniederlassungen. Okinawa, die subtropischen Inseln in Sichtweite Taiwans, war bis zum Ende des 19. Jahrhunderts als eigenständiges Königreich Ryūkyū bekannt. Seit einigen Jahren genießen die Inseln mit dem gelassenen Südseecharme große Beliebtheit als vertraut-exotisches Ferienparadies.
Als langjährige Japan-Kennerin empfehle ich für die nächste Japan-Reise: Umwege gehen! Jenseits der unzähligen Sehenswürdigkeiten wartet der wohl größte Schatz dieses Landes: seine freundlichen und hilfsbereiten Menschen." (Christine Liew)
Kurzbeschreibung
„Alle Regionen Japans auf 516 Seiten - Aktuelle Tipps zu Unterkünften, Restaurants, Tempeln und Museen - 50 Stadtpläne und Übersichtskarten - Alle wichtigen Verkehrsverbindungen - 300 Farbfotos - Unterhaltsame Essays - Mit Metroplan Tokyo
Eine Reise nach Japan verspricht den Zauber alter Tempel und Schreine, die Stille dunkler Zedernwälder und das erholsame Baden in heißen Quellen. Eine Reise nach Japan ist aber auch die Begegnung mit Technologie und Innovation auf höchstem Niveau, mit modernster Architektur und neuesten Medien- und Mode-Trends. In Japans Großstädten pulsiert das Leben rund um die Uhr, in abgelegenen Tälern und Wäldern wandert man hingegen für Stunden ohne Anzeichen jeglicher Zivilisation. Dieser Reiseführer hilft, die versteckten Schönheiten Japans auch außerhalb der üblichen Reiserouten zu entdecken. Zahlreiche praktische Informationen ermöglichen Individualreisen auch in die weniger bekannten Regionen dieses faszinierenden Landes."
Pressestimme
„Die studierte Japanologin Christine Liew kann in ihrem Reiseführer ihre gesamte Erfahrung aus 15 Jahren Leben in Japan einbringen. Ausgestattet mit tiefgründigem Hintergrundwissen beschreibt sie ein Land, von dem sie wahrhaft beseelt ist. Ihr gelingt damit das Kunststück, einen Reiseführer zu einem Stück lesenswerter Literatur zu machen." (Der Trotter - Die Zeitschrift der Globetrotter)
Christine Liew
Reisegast in Korea
224 Seiten
Iwanowski-Reiseverlag, 2010
ISBN: 978-3-861970040
Pressestimme
„Ausführlicher, handlicher Reisebegleiter, der Interesse an Land, Kultur und Natur Südkoreas weckt und mit vielen Details aufwartet. Sehr anschaulich, detailliert und mit liebevollem Blick auf Land und Leute führt die Autorin ein in Geschichte, Vielfalt der Religionen, in die Auswirkungen extremer Jahreszeiten, die Entwicklung der politischen Verhältnisse, die Südkorea wirtschaftlich zum Trendsetter im ostasiatischen Raum machte. Neben den aufklärenden Kapiteln werfen Info-Artikel einen Blick auf kleine Besonderheiten wie den Kult um die Mülltrennung, die richtigen Tischmanieren oder die ungebrochene Tradition, Wahrsager aufzusuchen. - Ein sehr informatives, ausführlich in Land, Leute, Politik und Geschichte, und Lebensgewohnheiten einführender Reisebegleiter." (EKZ, 1/09)
Korea gibt es im Doppelpack, oder?! - Vorwort von Christine Liew
Land der Morgenstille — eine Annäherung
Korea passt in keine Schablone
Der Stachel der Teilung
Die geographischen Regionen
Das Klima — wechselhaft
Artenreichtum in Tier- und Pflanzenwelt.
Die Rose von Sharon — Koreas Nationalblume
Koreaner, woher kommst du?
Von besseren Menschen und anderen Besonderheiten
Die ersten Siedler
Urvater Dangun eint bis in die Gegenwart
Korea expandiert
Geburtsstunde des »Korean Way of Life«
Die Mongolen kommen!
Die letzte Dynastie Koreas
Joseons Erbe — Neokonfuzianismus
Moderne Zeiten, schwere Zeiten.
Das Ende Koreas?
Die Unabhängigkeitsbewegung Erster März
Die bitteren Jahre der Ausbeutung
Kriegsverbrechen der besonderen Art — Trostfrauen
»6.25«, der vergessene Krieg
Von Diktatur zu Demokratie
Booming Economy — Südkorea wird Industriestaat
Die Erfolgsstory beginnt bei Null
Das Rezept des Aufstiegs — Fünfjahrespläne
Der Tiger erwacht
Mischkonzerne — Koreas Wirtschaftsriesen
Die Kehrseite der Globalisierung — Reisbauem im Existenzkampf.
Hochgesteckte Ziele für das 21. Jahrhundert
Deutschkoreaner
Gestatten, ich bin eine Roboterfrau!
Flugblätter auf Seoul — Leben in einem geteilten Land
Bedrohung durch Nordkorea?
Reflexartiger Argwohn
Vom Saulus zum Paulus? — Südkoreas Geheimdienst
Auch Nordkoreaner sind Menschen
Zwei Jahre für das Vaterland — Wehrpflicht in Südkorea
Konkrete Schritte in Richtung Wiedervereinigung
Sonnenscheinpolitik
Wirtschaftssonderzone Gaeseong
Familienzusammenführung
Hyundai — Geschäfte mit dem Norden .
Will Korea wirklich die Wiedervereinigung?
Die lieben Geister und andere Glaubensformen
Supermarkt der Religionen
Guter Draht zur Geisterwelt — Schamanismus .
Religion der Erleuchtung — Buddhismus
Die perfekte Gesellschaft — Konfuzianismus
Mehr Kirchen als Tempel — Christen in Korea
Gesellschaftliche Momentaufnahmen
Familienleben — Konfuzius mischt mit
Abschied von den Patriarchen
Heiratsverbot für Herrn und Frau Kim
Zuhause die Zügel fest in der Hand
Kinder, Kinder
Von Vogelvätern und koreanischem Sexappeal
Im Alter ein sicheres Ehrenplätzchen.
Kleiner Knigge für Geschäftsreisende
West stößt auf Ost
Gruppenzugehörigkeit und Individualismus
Frühwarnsystem der Sinne
Wie man im Gespräch Fettnäpfchen umschifft.
Was erwartet Sie am Verhandlungstisch?
Was erwartet Sie im Restaurant?
Was erwartet Sie bei einer privaten Einladung?
Tun und Lassen im Geschäftsleben
Spannende Banalitäten — Alltag in Korea
Wohnträume auf Koreanisch ...
Kult um die Mülltrennung
Shopping in Asiens Einkaufsparadies.
Tipps zum Umgang mit koreanischem Geld
In Korea unterwegs — hier spricht die Erfahrung!
Feste, Freizeit und Vergnügen
Spagate zwischen Tradition und Moderne
Feier- und Gedenktage
Private Festtage im Laufe eines Lebens.
Heirate niemals ein Feuerpferd!
Von kunstsinnigen und anderen Späßen
Komm, wir gehen ins Bang!
Neues Image für das Land — die koreanische Welle
Sport
Kulinarisches Korea
Was kommt auf den Tisch?
Grundnahrungsmittel Reis
Geliebte Nudeln
Tischregeln und gute Manieren
Geschmacksfeuerwerk im Mund.
Meine Suppe ess' ich — doch!
Die breite Palette der Beilagen
Bello im Kochtopf?
Kulinarisches Heimweh
Die Traditionelle Koreanische Medizin
Über Heilkundige, Ärzte und Apotheker
Die philosophische Grundlage der traditionellen Medizin
Der koreanische Weg
Ginseng — die Wunderwurzel
Keine Angst vor Koreanisch!
Die Schrift — genial einfach
Die Satzstruktur — gewöhnungsbedürftig
Die Pein mit der Höflichkeit
Herr Yi, Herr Lee, Herr Li oder Herr I?
Zwei Länder, eine Sprache? Nordkoreanisch, Südkoreanisch?
Universalsprache Englisch
Kleiner Sprachführer für Korea
Kulturspiel
Medientipps
Register
Schattenläufer und Perlenmädchen - Abenteuer Alltag in Japan
234 Seiten
Oldenburg: Dryas-Verlag, 2010
ISBN: 978-3-940855-22-0
Kurzbeschreibung
„Was machen Japans Angestellte, wenn sie nicht unter bezaubernden Kirschblüten feiern? Wohin geht die junge Dame, wenn sie ihren Kimono gegen Jeans getauscht hat und wer wohnt eigentlich in den blauen Zelten mitten im Park? Christine Liew nimmt Sie mit auf eine Reise in den japanischen Alltag und erzählt von den Menschen jenseits von Klischee und Hochglanzbroschüre. Schüchterne Sumo-Kämpfer kommen in ihren Geschichten ebenso zu Wort wie entrückte Anime-Fans. Hausfrauen findet man am Nachmittag im Takarazuka-Musicaltheater, Schulmädchen in einem Love Hotel und Roboter helfen im Altenheim. Facettenreich und unterhaltsam beschreibt die Autorin das ungewohnte Leben ganz gewöhnlicher Japaner.
Eine kurze Liste der wichtigsten Höflichkeitsregeln im Anhang des Buches erleichtern dem Leser den Einstieg in eine faszinierende Kultur."
Vorwort
„Die spannendsten Geschichten schreibt der Alltag — und das gilt für den japanischen Alltag natürlich ganz genauso. Manchmal ist der glitzernd bunt, wenn die Hausfrau ihren Lieblingsstar im Revuetheater bewundert oder der Manga-Fan für einen Nachmittag in seiner Traumwelt verschwindet. Ein andermal dagegen knallhart, wenn ein junger Obdachloser seine Nächte im Fast-Food-Restaurant bei einer Tasse Kaffee verbringen muss. Da sorgt sich das in die Jahre gekommene Perlenmädchen um ihre Altersvorsorge und sattelt mit über siebzig Jahren noch mal um. Der Firmenangestellte in den besten Jahren möchte am liebsten aussteigen, doch die Zukunft seiner Kinder hält ihn im Hamsterrad des Alltags. Ein junger Surno-Ringer träumt von der ganz großen Sportlerkarriere und das Schulmädchen von nebenan bessert sein Taschengeld mit Herrenbesuch im Love Hotel auf.
Neben sehr persönlichen Erzählungen über den Alltag ganz gewöhnlicher Japaner handeln andere Geschichten dieses Buches generell von Japan. Wie leben die Leute mit der ständigen Bedrohung durch Erdbeben? Warum wohnen Obdachlose in Zeltkommunen im Park, und sind Japaner wirklich ein homogenes Volk? Ein Blick auf die Vielfalt der Religionen, der einzigartigen Sprache, dem regionalen Reichtum sowie ein bunter Abriss der Jahresfeste runden den neugierigen Blick auf den japanischen Alltag ab.
Wer nach der Lektüre feststellt, dass Japan weit mehr als schöne Tempel, Sushi und Geisha-Damen zu bieten hat, dem sei vor seiner nächsten Reise die im Anhang verzeichneten Top Ten des guten Tons ans Herz gelegt. Die berühmten Fettnäpfchen wären damit erst einmal unter Kontrolle, denn welcher Gast blamiert sich schon gerne?“
Inhalt
Sexy Salariman: Ein ganz gewöhnlicher Arbeitstag im Leben des Herrn Miura
Nylon-Kabuki: Die Traumwelt des Takarazuka-Tanztheaters
Hai, Toranaga-sama! Japanisch und andere Sprachen
Ketchupherzen und Zauberkaffee: Männerwelt zwischen Fantasie und Realität
Perlenmädchen: Die Taucherinnen von Toba
Kennst du das Land, wo die Kirschbäume blühen? Von Symbolen und Klischees
Bunte Vielfalt unter homogener Schale: Japans Regionen
Schattenläufer: Das Schicksal der Obdachlosen
Menschenkinder! Alltag mit Kindern
Knast goes Geriatrie: Eine Gesellschaft altert
Und ewig rattern die Kugeln: Flippern im Pachinko-Parlor
Tänzer auf dem Vulkan: Erdbeben und andere Katastrophen
Vom Schnitzel zum Schätzchen: Tierliebe im Wandel der Zeit
Götter sind auch nur Menschen: Koexistenz der Religionen
Zarte Kolosse: Die Welt der Sumo-Ringer
Darf's ein bisschen länger sein? Heiß geliebte Love Hotels
Süßer die Schellen nie rasseln: Feste feiern rund ums Jahr.
Anhang
Top Ten des guten Tons
Danksagung
PONS mobil Wortschatztraining Japanisch (Audio CD)
PONS Verlag; 2008
1 Audio-CD, zusätzlich mit MP3-Dateien
ISBN: 978-3125614178
Klappentext
Im Auto, beim Joggen oder zu Hause auf dem Sofa: mit mobil erweitern Sie Ihren Wortschatz mühelos. Was heißt eigentlich „Tintenfisch" oder was sagen Sie, wenn Sie mit Kreditkarte zahlen wollen? Mit mehr als 530 nützlichen Wörtern und Sätzen in 14 Themenbereiche sind Sie für die wichtigsten Situationen gewappnet. Einfacher geht Vokabellernen nicht: Hören Sie den deutschen Begriff, übersetzen Sie ihn ins Japanische und hören Sie anschließend die korrekte japanische Entsprechung. Auf der sicheren' Seite: Im Begleitbuch können Sie alle Wörter und Formulierungen samt Übersetzungen jederzeit nachschlagen.